Stress im Wechsel mit Erholung – No-Stress Jam #2

Sich Treu Bleiben

Chronischer Stress bringt eine Gefahr mit sich. Wir sind zu gestresst, um uns daran zu erinnern unseren Stress zu verarbeiten.

Am Ende eines anstrengenden Tages oder nach einer anstrengenden Tätigkeit, müssen wir bewusst an die Regenration unserer Ressourcen denken: Erholung.

Vergessen wir solche eine Erholungspause im Laufe des Tages einzubauen oder schieben sie solange vor uns her, dass sie an Dringlichkeit verliert, laufen wir Gefahr unsere Leistungsfähigkeit zu senken und auf Dauer unserer Gesundheit zu schaden.

Den meisten Menschen unter uns fällt ein andauernd erhöhter Stresspegel erst auf, wenn sich negative Konsequenzen durch die Stresseinwirkungen an und in uns chronifiziert haben. Unsere psychophysiologische Einheit ist dann bereits so lange unter Volllast gefahren worden, dass fortwährende Schädigungen nicht mehr abzuweisen sind. Maximal eine Eindämmung der Schadensintensität und dessen Umfang kann dann, unter der tristen Bezeichnung der Rehabilitation, verfolgt werden. So weit soll es nicht erst kommen.

Um unnötigen und besonders langanhaltenden Stress zu vermeiden, ist ein einziger Gedanke hilfreich. Die bewusste Wahrnehmung, ob und wie sehr ich gestresst bin sollte regelmäßig in unser Denken gerufen werden. Ein kleiner Moment der Reflexion, der uns nach innen blicken lässt, um die Situation zu analysieren. Ein Kontrollgang durch den Maschinenraum, um zu sehen, wie hart die Maschinen laufen.

Am Ende kann es sonst dazu kommen, dass ein scheinbar ruhiges Dasein blind in ein Chaos von Stress und gefühlter Überforderung gefahren wird. Ende müssen nicht immer schön sein.

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Selbstoptimierung, Ansprüche und Anpassung – No-Stress Jam #1

selbstoptimierung

Das Gefühl stetig wachsenden Ansprüchen gerecht werden zu müssen ist kein schönes. Wo findet dabei die Selbstoptimierung ihren Platz?

Unangepasst zu sein bedeutet nicht gleichzeitig unpassend zu sein. Dennoch sehen sich viele Menschen konfrontiert mit ihren tägliche Aufgaben. Als festgefahrene Routine sehen sie sie als Last, die mit dem Verlauf der Zeit immer schwerer wird. Die daraus resultierende ansteigende Stresswahrnehmung vergilbt unsere Sinne und stumpft sie soweit ab, dass ein Genuss unserer täglichen Erledigungen immer schwieriger wird. Wie können wir Freude in etwas finden, das augenscheinlich unserer Selbstverwirklichung im Wege steht?

Im Zuge unserer "höher-schneller-besser"-Kultur breitet sich ein Denken aus, welches die Selbstoptimierung enorm hervorhebt. Von Life-Coaches zu Selbsthilfebüchern über Nootropics zu Diäten. Dabei ist das Bedürfnis der Verbesserung seines Aussehens, Denkens und Handelns in sich selbst oft ein Produkt des fast schon wahnhaften Trends des Besser-werdens.

An sich zu arbeiten ist keineswegs krankhaft oder falsch. Ganz im Gegenteil, besser werden heißt BESSER WERDEN. Wichtig ist es, für jeden, der aktiv an seiner eigenen Person arbeiten möchte, WORAN sie oder er arbeitet.

Stecke dir deine eigenen Ziele. Am besten Ziele, die ganz autentisch von Herzen kommen und in das Gesamtbild der Person, die du gerne sein möchtest, passen. Verfolge große Ziele, vergiss jedoch nicht diese in kleine Etappensiege aufzuteilen. Wenn du nicht weiß, wer du sein möchtest, dann warte noch mit den großen Zielen. Die Chance sich zu verlaufen, wenn man nicht sicher ist, wo man hin möchte, ist sehr groß.

In einer Flut von non-stop "24/7" Seinneseindrücken, durch die rapide Verbreitung medialer Inhalte, ist es sowieso grundlegend fast unmöglich einen klaren und kühlen Kopf zu bewahren. Jeder hat etwas, alle möchten etwas, keiner ist zufrieden, aber alle scheinen ihr Leben vollends auszukosten. Es ist einfach zu leicht zu (v)erkennen, was man noch braucht, um glücklich zu werden. Viel schwieriger ist das Gegenteil.

Ruhe zu finden und Glückseligkeit zu empfinden ist fast immer negativ korelliert mit dem Bedürfnis sich etwas kaufen, bzw. aneignen, zu müssen. Ausgenommen davon sind überwiegend Fähigkeiten, die einen als Person wachsen lassen und Erfahrungen, die selbiges tun. Davon nicht ausgenommen sind materielle Güter, denen eine magische Fähigkeit zugeschrieben wird. Der Besitztum an sich erzeugt in uns die Vorstellung und Erwartungshaltung der sofortigen Verbesserung gewisser Aspekte in unserem Leben.

Der neue Fernseher bringt so viel mehr Spaß, die neue Kette macht mich so viel glücklicher, unser zweites Auto macht uns umso mobiler...Sicherlich ist es möglich, dass eine neue materielle Anschaffung einem Freude bereitet. Leider ist diese in dem meisten Fällen weitaus kurzlebiger und weniger intensiv, als wir es uns erhofft hatten. Vertreten wir dagegen den Gedanken materielle Besitztümer als Möglichkeit der Selbstentfaltung zu betrachten, eröffnen sich uns viel mehr Freiheiten und Situationen, in denen wir mit Hilfe unserer Ansprüche, einer realen Selbsteinschätzung und etwas Struktur, als Menschen wachsen können.

Damit einher geht die Unangepasstheit, mit der ich diesen Text eingeleitet habe. Um unangepasst zu sein, bedarf es der Überzeugung wir seien als Ganzes (oder ein bestimmter Teil von uns) unpassend in dem Kontext, in dem wir uns befinden. Um uns passend zu machen, versuchen wir krampfhaft uns zu bessern. Besserung steht dabei zu oft gleichbedeutend für Veränderung im Sinne von "sich ändern" ohne im Hinterkopf zu behalten, wer wir sind oder wer wir sein möchten.

Einen Moment inne halten und mit kontrollierter 4-6-Atmung [PDF] zu reflektieren, wer ich bin und wer ich sein möchte, soll als Abschluss mit dem ersten No-Stress-Jam den heutigen Beitrag beenden.

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Kann Musik Emotionen erzeugen?

Musik und Emotionen

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Für die meisten Menschen besteht zu dieser Frage überhaupt keine Zweifel. Die meisten unter uns werden fest davon überzeugt sein, Musik habe die Möglichkeit Emotionen zu erzeugen. 

Nimmt man sich die Zeit und die Freiheit mit einem vernünftigen Satz Kopfhörern in der Couch zu versinken und mit geschlossenen Augen dem zu lauschen, was Musiker für so wertvoll hielten, es aufnehmen zu müssen, dann sollte auch dem letzten Skeptiker verdeutlicht werden, wie emotional geladen Musik sein kann.

Aus einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise ist solch eine Beobachtung zwar valide, aber noch lang nicht genug, um wirklich jeglichen Zweifel einzuräumen, Musik allein habe die Möglichkeit solch eine Wirkung zu erzielen. Vielleicht ist es viel mehr die biographische Erfahrung einer jeden Person, die zu emotionaler Ladung/Entladung führt? Eventuell hat nicht gar die Symbiose aller Instrumente in einem Stück die Macht über unsere Gefühlslage, sondern nur eine bestimmte Instrumentation an einer bestimmten Stelle? Zur Beantwortung solcher Fragen muss ein systematischer Ansatz gefunden werden, der viele der einflussnehmenden Faktoren eliminiert oder zumindest kontrolliert.

Tatsächlich entstand über die Jahre der Forschung im Gebiet der Musikpsychologie nicht nur eine Kontroverse darüber, ob und wie Musik Emotionen erzeugen kann. Es ist ebenfalls zu beobachten gewesen, wie lange es gedauert hat und wie schwierig es war empirische Beweise zu erarbeiten, die es uns etwas leichter machen Aussagen über die gestellten Fragen zu treffen. Glücklicherweise konnten mit dem Ende der 1990er Jahre und den Anfängen des 21. Jahrhunderts starke wissenschaftliche Ergebnisse beobachtet und dokumentiert werden.

Mit einer großen Anzahl an objektivierten Interview-Studien (DeNora, 2000; Gabrielsson, 2001; Juslin & Laukka, 2004; Pike, 1972; Waterman, 1996), physiologischen Messungen (Davis & Thaut, 1989; Krumhansl, 1997; Vaitl, 1993), Messungen von Hirnaktivität in Bereichen emotionaler Verarbeitung (Blood & Zatorre, 2001; Brown, 2004), emotionaler Ausdruck (Sloboda, 1991), Tendenz zum Handeln (Fried & Berkowitz, 1979) und emotionaler Regulierung (Becker, 2001; Gabrielsson, 2001), hat die Wissenschaft in der Analyse menschlicher Emotionen im Kontext musikalischer Wahrnehmung enorme Sprünge nach vorne vollzogen.

Jeder aufmerksame Leser wird spätestens beim Betrachten einiger dieser Studien bemerken, wie sehr sich die meisten dieser Untersuchungen einzig und allein auf die Ausrichtung in unseren westlichen Kulturkreisen konzentrieren. Demnach wurden kulturell westlich aufgewachsene Menschen mit Musik konfrontiert, die durch westliche Eigenschaften geprägt sind und uns ausschließlich in nur diesem musikalischen und emotionalen Zusammenhang erlauben, Aussagen treffen zu können. Möglicherweise haben Afrikanische Volksstämme mit ihrer sehr andersartigen musikalischen Entwicklung, ihrer in unseren Kreisen kaum vergleichbaren Kommunikation und dem zu unserer Kultur anderen Umgang mit Emotionen, völlig andere Mechanismen durch welche Musik wahrgenommen und Emotionen erzeugt werden?! Es braucht noch viel wissenschaftlichen Aufwand, um wirklich verstehen zu können, was uns dahingehend unterscheidet und wo wir Menschen, egal woher wir kommen und wo wir aufgewachsen sind, gleichermaßen beeinflusst.

Musik und Emotionen

Was ist nun mit den Emotionen?

In meinem letzten Beitrag ("Emotionale Reaktionen und Musik") wurde bereits angesprochen, wie schwierig es ist in natürlichen Settings, also unter normalen Umständen und in alltäglichen Umgebungen, in denen Menschen Musik hören, zu analysieren, was Zuhörer fühlen. 

Um überhaupt einschätzen zu können, ob, was, wie oft und wann Menschen beim Hören von Musik unter dem Einfluss von durch die Musik erzeugten Emotionen stehen, mussten sich extrem schlaue Wissenschaftler über eine lange Zeit den Kopf zerbrechen und Lösungen zu diesem Problem (oder besser gesagt diesen Problemen) finden.

Spontan erzeugte Emotionen in der tagtäglichen Routine einer Person können sicherliche auf verschiedene Arten eingefangen und dokumentiert werden. Eine Möglichkeit ist die sogenannte "experience sampling method", also die Methode der Erfahrungsstichprobe (verzeiht meine katastrophale Übersetzung). Sloboda und Kollegen haben im Jahre 2001 versucht den Nutzen dieser Methode zu analysieren. Sie haben einigen Teilnehmern dieser Studie (N=8) einen Pager und ein Tagebuch überreicht. Die alteingesessenen Leser unter uns werden sich noch an die damals technisch hochfortschrittlichen Geräte erinnern. Ein Pager war ein kleines Gerät, welches an das Hosenbund gesteckt wurde und in der Lage war auf einem monochromatischen einzeiligen Display eine Nachricht anzeigen zu können. Pager wurden überwiegend dazu genutzt sich informieren zu lassen, man solle jemanden dringend zurückrufen. Am Ende der Nachricht wurde die Telefonnummer des übermittlers angezeigt. Im Falle der wissenschaftlichen Untersuchung von Sloboda wurden Teilnehmer daran erinnert, sie sollen bitte einen Eintrag in ihr Tagebuch vornehmen. Diese Art der erinnerung bekamen sie im Schnitt alle zwei Stunden über einen Zeitraum von einer Woche. Die Eintragungen im Tagebuch der Teilnehmer bezogen sich hauptsächlich auf jegliche musikalische Bestandteile im täglichen Ablauf und emotionaler Regungen, welche durch die Musik hervorgerufen wurde. Nach Beendigung der Studie hatten die auswertenden Wissenschaftler ein Sammelsurium an möglichen Korellationen und Kausalitäten abzuwägen.

Es schien ersichtlich, dass 44% eines jeden Tages gefüllt war mit einer Art musikalischen Untermalung. Wir müssen uns nur vorstellen, wo wir in unserem eigenen täglichen Leben überall mit Musik in Berührung kommen. Den Meisten unter uns werden sofort Beispiele wie "Fahrstuhlmusik", "Autoradio" oder "Straßenmusiker" einfallen. Abgesehen von einer Fülle an musikalischen Eindrücken, ist es wichtig zu unterscheiden zwischen einer passiven Beschallung, der man sich nicht unbedingt freiwillig hingibt und der Erfahrung des aktiven und bewussten Zuhörens. Die wenigsten der Studienteilnehmer hatten ein aktives Hörerlebnis, welches sie bewusst für sich selbst eingerichtet haben, zu verkünden. Die meisten wurden nur beschallt.

Die take-away Ergebnisse Sloboda's Studie waren folgende. Teilnehmer unter dem Einfluss von Musik waren positiv eingestellter, aufgeweckter und fokussierter. Speziell in den Fällen, in denen die Partizipanten einen Einfluss darauf hatten, welche Musik gespielt wird, waren die soeben genannten Ergebnisse noch deutlicher zu beobachten.

Mehrmals schon konnten die Ergebnisse dieser Studie repliziert werden. Juslin und Kollegium, zum Beispiel, konnten 32 Teilnehmer dazu bewegen mit Hilfe eines Laptops ähnliche Aufzeichnungen vorzunehmen. Daraus resultierten ähnliche Befunde. Die Teilnehmer dieser replikativen Studie standen zu 37% eines jeden Tages unter dem Einfluss von Musik. In zwei Dritteln dieser Zeit fühlten sich die Teilnehmer von der Musik emotional beeinflusst. Besonders in Abendstunden und an Wochenenden war der emotionale Bestandteil beim Hören von Musik groß. Das mag daran liegen können, dass Musik, hört man sie zu Zeiten, in denen der Kopf frei und der Geist ungestört ist, viel stärker wirken kann. Ähnlich verhätl es sich mit einem Gedicht, welches nur seine volle Wirkung entfaltet, wenn man sich auf das gesagte/geschrieben konzentriert und die Worte im Kontext aktiv aufnimmt und verarbeitet.

Es ist also, und das werden die meisten unter uns bereits vermutet haben, wichtig, WIE man Musik hört. Es reicht nicht aus, dass im Fahrstuhl angenehm jazzige Klänge auf uns herabfallen, wenn wir nebenbei auf dem Smartphone unseren Facebookstatus ändern. Musik entfaltet emotionale Kräfte nur, wenn wir bereit dazu sind uns dem hinzugeben. Doch dann kommt erneut die Frage auf, ob Musik in und an sich selbst überhaupt die Fähigkeit besitzt Emotionen zu erzeugen?!

Quellen:

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3 Wege Durch Einen Effektiven Tag

3 Wege durch einen effektiven Tag

3 Wege Durch Einen Effektiven Tag

Mit Apps Als Hilfe

1. Weniger Blaulicht durch Monitore am Abend

Wir alle legen viel Wert auf erholsamen Schlaf jede Nacht. Nichts widerstrebt uns so sehr wie ein unerholtes Aufwachen, geplagt von einem geschwollenen Gesicht und weichen Knien. Gleichermaßen viel Wert legen wir jedoch auch auf konstante Erreichbarkeit, einen besseren Highscore in FarmVille und auf die neuesten lokalpolitischen Ereignisse.
 
Viel Zeit vor dem Monitor bedeutet viel helles Licht vor dem Gesicht. Stundenlanges Lesen im Bett kann damit von einer entspannenden und erholsamen Unternehmung zu einem aufputschenden Erlebnis werden. Schränkt man die Emission von blauem Licht ein, so minimiert sich der weckende Effekt auf das eigene Gemüt enorm.
 
Bis ca. 3h vor dem Schlafengehen sollte man die Helligkeit, sowie den blauen Anteil des ausgehenden Lichts seiner Geräte verringern. Mit dafür entwickelten App lässt sich im Handumdrehen eistellen, wann und wie sich das Display in Sachen Helligkeit und Lichtspektrum verändern soll.
 
Das bekannteste solcher Programme für Mac und PC, sowie iOS und Android, ist f.lux.
Andere Alternativen für Android und iOS sind folgende.
 
Beste Apps für weniger Blaulicht (Android):
 
 
 
Beste Apps für weniger Blaulicht (iOS):
 
  • CF.lumen
  • (ab iOS 9 nativ eingebettet in den Einstellungen)
 
Smartphone, Tablet und Computer können somit auch zu später Abendstunde benutzt werden. Trotz später Exceltabellen wird der Körper nicht daran gehindert Melatonin auszuschütten. Einige der verfügbaren Apps richten den Tag/Nacht-Wandel nach den örtlichen Sonnenauf- und Untergängen der Benutzer.
 
Körper und Geist werden dadurch auf einen natürlichen Schlaf- und Wachzyklus, abhängig von dem tatsächlich verfügbaren natürlichen Licht, getrimmt. Der negativer Einfluss auf die
Cirkadiane Rhythmik, in Form von "tired but not sleepy", wird damit minimiert.
 
Weitere Quellen zu Schlafstörungen, Lichttherapie, Schlafhygiene und Melatonin gibt es auf Circadiansleepdisorders.org (auf Englisch).
 
 

2. Powernaps in Pausen

Kurzzeitige Schlafintervalle nach körperlich und/oder geistig anstrengenden Arbeitsphasen
regenerieren den Energiespeicher genug, um vergleichsweise lange danach weiter schuften zu können.
Von individuellen Faktoren abhängig, muss jeder für sich selbst bestimmen, welche Erholungsdauer am besten geeignet ist für die jeweiligen Umstände.
 
Für mich persönlich gilt grob: 10 - 15 Minuten. Nicht länger als 20. Nicht weniger als 5. Wer, anders als ich, länger zum Einschlafen braucht als 12 Sekunden, sollte mehr Zeit dafür einplanen.
Besonders hilfreich dabei, verkünden einige Quellen, sind angeblich entspannende Hintergrundrauschen.
 
Beste Apps für weißes Rauschen (Android):
 
 
Beste Apps für weißes Rauschen für (iOS):
 
 
Weisses Rauschen kaschiert gut Umgebungsgeräusche und führt zu einem subjektiv geringeren störhaften Geräuschpegel. Darüberhinaus sind 432hz Meditationsklänge relativ erfolgreich im Bereich der entspannenden Klänge:
 
 
Über die Validität und Effizienz von musikalischer Bereicherung in einer Stimmung von A=432Hz, anstelle von A=440Hz, ist sich auch die Wissenschaft noch nicht hundertprozentig einig. Für einen guten Einblick in die gröbsten Aspekte bietet sich viel Basisliteratur (englischsprachiges Beispiel).
 
Ein simpler Timer reicht vollkommen aus, um pünktlich wieder zu erwachen. Abhängig von persönlichen Schlafphasen unterscheiden sich die zeitlichen Einstiege in die unterschiedlichen Phasen.
Infografik (Englisch)
 

 

3. Arbeitszeit effektiv einteilen mit Pomodoro

Wichtig bei der Erledigung von geistig anstrengender Arbeit ist die Zeitplanung. Jeder Mensch, ob chronisch überlastet oder generell entspannt, braucht Erholungspausen. Um dem Chaos im Denkenausreichend Möglichkeit zu geben sich zu sortieren, sollten regelmäßig Pausen gemacht und die Art der Arbeitsweise gewechselt werden.
 
Anfängliche hochfokusierte Phasen der Aufmerksamkeit dauern unterschiedlich lang an. Interne, sowie äußere, Faktoren spielen eine große Rolle dabei, wer wann und wie lange seine Aufmerksamkeit behält oder verliert. Es wurde unter Anderem bereits gezeigt, dass die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses einen Einfluss auf den Verlust von Aufmerksamkeit hat. In der Regel kann man von einer natürlichen Tendenz zu 45 minütigen Aufmerksamkeitsspannen, kombiniert mit kurzen Erholungspausen, sprechen.
 
Ein Energieeinbruch nach der Mittagspause hat unter Anderem mit den Hungerhormonen Leptin und Ghrelin zu tun. Vor einer Mahlzeit, wenn das Hungergefühl einsetzt, steigt der Ghrelinspiegel an, während das Level an Leptin
abnimmt. Nach erfolgreicher Nahrungszufuhr steigt der Leptinspiegel wieder an und der Ghrelinspiegel nimmt ab.
 
Zusätzlich zu den Hungerhormonen ist der Energieaufwand für den Prozess der Verdauung, der Zuckerspiegel und andere Neurotransmitter (z.B. Serotonin) dafür verantwortlich, wie Müde wir nach einer Mahlzeit werden.
 
Intervalle von 30-40 minütiger Arbeitsphase, gefolgt von 10-15 minuten Pause, haben sich als effektive und natürliche Arbeitsrhythmen herausgestellt. Nach dem Pomodoro-Technik sollte nach vier durchgängen eine längere Pausenzeit eingelegt werden. In der längeren Pause würde es sich anbieten ein Powernap einzuplanen.
 
Beste Apps für Pomodoro Zeitmanagement (Android):

 

Beste Apps für Pomodoro Zeitmanagement (iOS)

 

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Kraftstoff Für Den Geist – 5 Alltägliche Dinge Helfen Beim Denken

5 Tips helfen Denken

Um deinem Denkapparat auf die Sprünge zu helfen, Ermüdung vorzubeugen und das extra bisschen Leistung aus deinem Hirn zu saugen, folge diesen Tips:

1. Trinke 2 Gläser Wasser unmittelbar nach dem Aufwachen

Nach einer erholsamen Runde Schlaf, bei der dein Körper ca. 8 Stunden lang ohne die Zufuhr von Flüssigkeit auskommen muss, kannst du ihm als erstes Wasser gönnen. Wasser wird im Körper benötigt um Abfallstoffe zu filtern und den Flüssigkeitshaushalt auszubalancieren. Die besagten 2 Gläser Wasser am Morgen sollten einem Flüssigkeitsdefizit entgegenwirken. Abhängig davon, wie viel du nachts schwitzt, darf es ruhig auch etwas mehr sein. Studien haben bereits mehrfach aufgezeigt, wie wichtig eine ausreichende Wasserzufuhr für kognitive Anstrengungen ist [1] [2].

2. Höre stimulierende Hörbücher und Podcasts

Beim Joggen, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder bei einem erholsamen Bad. Ein Hörbuch zu einem interessanten Thema, ein Interview mit einem Wissenschaftler oder eine Kurzgeschichte zur politischen Entwicklung in Kuala Lumpur passt oft zeitlich gut in eine Pause.

Ressourcen zu kostenlosen und frei verfügbaren Audiobooks gibt es viele. Die meistgenannten Anlaufstellen sind zum Beispiel:

  1. TED-Talks
  2. Loyalbooks
  3. LibriVox
  4. archive.org

3. Trinke grünen Tee während der Arbeit

Koffein im Überschuss macht viele Menschen nervös, verwirrt und im schlimmsten Fall zittrig mit Herzrasen. Da es sich mit Koffein leicht übertreiben lässt und die nächste Kanne bereits in der Gemeinschaftsküche brodelt, sollte ab und zu eine Alternative in Erwägung gezogen werden. Dazu eignet sich besonders gut grüner Tee.

Grüner Tee enthält Theanin [3]. Diese Aminosäure erhöht die Alphawellen im Gehirn. Während grüner Tee ein fokusiertes Arbeiten unterstützt, macht er nicht gleichzeitig so nervös und angespannt wie Kaffee.

4. Vermeide Zucker

Zucker sollte in absolut jeder Lebenslage vermieden werden. Es gibt kaum eine Situation, in der die Zufuhr von Zucker absolut nötig ist. Generell enthalten viele Nahrungsmittel von Hause aus eine große Menge Zucker. Besonders in Zeiten mentaler Anstrengung und fokusiertem Arbeiten sollte Zucker in reinform, sowie in Energy-Drinks oder Süßigkeiten unangetastet bleiben.

Es stimmt, dass Zucker für eine sehr kurze Zeit dem Körper Energie bereitstellt. Für wenige Minuten arbeitet er also effizienter und ist Leistungsfähiger. Die Kosten für diesen kurzzeitigen Energieschub ist ein darauffolgender Einbruch aller Energieressourcen. Nach einem "sugarhigh" muss eine vielfach erhöhte Menge Zucker erneut zugefügt werden, um eine ähnlichen Energieschub zu erfahren. Anstelle von minderwertiger Energie, welche später vom Körper sowieso nur in unbeliebtes Körperfett umgewandelt wird, sollten Alternativen wie Eier, Bananen (wobei auch diese viel Fruktose enthalten), Nüsse, Fisch etc. ausprobiert werden.

5. Sportliche Betätigung

Körper und Geist gehen noch vor unserer Geburt eine Symbiose ein. Wenn unser Körper nicht ernährt und gepflegt wird, bricht auch das Denken ein. Neben einer gesunden Ernährung, bzw. die Abstinenz von schlechter Ernährung, ist sportliche Ertüchtigung das Beste, was wir für unsere Überlebensmaschinerie tun können.

Ohne direkt an Marathons oder Dreikämpfe zu denken, lässt sich sportliche Aktivität extrem leicht in die tägliche Routine integrieren. Es muss nicht einmal zwingend eine Mitgliedschaft bei einem Fitnessstudio oder einem Kampfsportverein sein. Ebenso gut kann im eigenen Garten, im Park um die Ecke oder auf dem Abenteuerspielplatz für Kiddies trainiert werden. Wer noch nie auch nur einen Sportschuh anprobiert hat, fängt klein an. Die wichtigsten Richtlinien variieren enorm, sofern man sich die Mühe macht und etwas Zeit in die Recherche steckt.

Grundlegend ist dennoch die angesprochene (gute) Ernährung, ein adäquater Trainingsplan (Zugeschnitten auf persönliche Bedürfnisse), ein eiserner Wille und die routinemäßige Durchführung. Was anfänglich als Zwang wahrgenommen und nur mit bestialischer Überwindungskraft zu meistern ist, fühlt sich nach einigen Wochen bereits an wie naturgegeben. Sport ist besser als Crack und macht mindestens genauso abhängig.


[1] - http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666309005029
[2] - http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666309006394
[3] - https://de.wikipedia.org/wiki/Theanin

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Empathie Ist Erlernt

kopfvoll - empathie

Empathie Ist Erlernt

Eine Welt ohne Empathie bedeutet gleichzeitig eine Welt ohne kostenlose Umarmungen und aufrichtige Spenden

In einer empathielosen Welt gäbe es an Halloween mit Nougat verzierte Rasierklingen. Eine solche Dystopie brächte Wolkenkratzer dazu die Klänge von Metall zu singen, ungeachtet der Tatsache, dass an ihren Seiten Menschen purzeln.

Hätte die Menschheit von heute auf morgen, über Nacht, vergessen wie zwischenmenschliche Eingebung funktioniert, stünden wir vor intensiven Veränderungen unseres sozialen Zusammenlebens. Empathie verloren, auf die Art und Weise, wie dir nach und nach dein Kleingeld aus der kaputten Hosentasche fällt. Vielleicht würden wir es nicht einmal vermissen?!

Persönlichkeiten, beraubt ihrer Fähigkeit anderer Menschen Gemütszustände nachzuvollziehen, geben eine dunkle Einsicht in unser Bewusstsein. Die Unfähigkeit, glückliche Laune von Hass zu unterscheiden, macht dich zu einem klinischen Fall und eine großartige Erweiterung für jede finanzielle Institution. Eine vernebelte Zukunft, in der Tat.

Wenn du weiterhin angespannt versuchst durch den düsteren Nebel zu schauen, erkennst du vielleicht irgendwann etwas. Nichts verpassen! Wenn wir lange genug starren, finden wir uns vielleicht mit einem empathielosen Lebensstil ab. Es ist okay Jemandem nicht vertrauen zu wollen, der niemandem traut.

Laut einer Studie, durchgeführt von einer Gruppe Wissenschaftlern aus Zürich (Schweiz), Nijmegen (Niederlande) und London (England) (Hein, Engelmann, Vollberg und Tobler, 2015), wird Empathie erlangt durch einen Lerneffekt. Im speziellen nutzen sie: “[..] functional MRI (fMRI), combined with formal learning theory and an intergroup conflict paradigm, to investigate whether and how classical learning mechanisms alter the empathy of males toward out-group members."

Es wurde also mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI), in Kombination mit einer formalen Lerntheorie und einem Paradigma über Gruppenkonflikte, untersucht, ob und wie klassische Lernmechanismen Empathie von männlichen Personen gegenüber Gruppenmitgliedern beeinflussen. Die Studie wurde durchgeführt in der Schweiz und stellt Kandidaten mit rein Schweizer Herkunft gegenüber Teilnehmern aus dem Balkan. Gruppen werden dementsprechend betitelt mit “In-Group” (Innen-Gruppe = Schweizer) und “Out-Group” (Außengruppe = Balkan-stämmig). Einfach ausgedrückt wurde in dieser Studie eine Gruppe Menschen in Leidenssituationen beobachtet von anderen nicht-leidenden Personen.

Es stellt sich heraus, Menschen reagieren grundsätzlich empathisch, wenn sie einen anderen Menschen leiden sehen. Schweizer Menschen erfahren Empathie, wenn sie Schweizer leiden sehen und auch wenn sie Menschen anderer Herkunft leiden sehen. Körperliche Ausdrücke, wie zum Beispiel ein schmerzverzerrtes Gesicht, Zusammenziehen von Gliedmaßen, erhöhte Herzfrequenz, sowie Gehirnaktivität in bestimmten Bereichen (Ventrale Inselrinde) geben Aussage darüber, wie sich eine empathievolle Reaktion manifestiert. Einzig in der Intensität unterscheiden sich die Reaktionen von Teilnehmern aus der In-Group von Teilnehmern aus der Out-Group. Schweizer, die andere Schweizer leiden sehen, reagieren stärker auf die gegebenen Reize als Schweizer, die Balkanstaatler leiden sehen.

 

kopfvoll - empathieIn dieser spezifischen Studie wurden die Reaktionen von Balkanstaatlern beim Beobachten von anderen Balkanstaatlern nicht untersucht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass ähnliche Effekte zu beobachten wären wie zwischen den beobachteten Schweizern. Die Quintessenz dieser Studie, und ein einstimmig akzeptierter Fakt in den meisten Bereichen der sozialen Wissenschaft, ist die erhöhte Identifikation einer Person selbst mit Menschen, die dieser Person ähnlich sind. Je ähnlicher, desto stärker die Reaktion. Im Bereich von Empathie bedeutet das auf der einen Seite eine allgemeine geistige und körperliche Reaktion auf Menschenleiden. Jeder findet sich, bis zu einem bestimmten Grad, in anderen Menschen wieder. Auf der anderen Seite ist dieser Effekt der Grund für die Bevorzugung der eigenen Angehörigen gegenüber genetisch “fremden” Menschen.

Innerhalb des Untersuchungsaufbaus und des angewandten Modells der Wissenschaftler, besagt der Lerntheoretische Ansatz, dass positive Assoziationen gegenüber einer Person am effizientesten geformt werden, wenn das Verhalten dieser Person zu unerwarteten positiven Ergebnissen führt.”

A learning-theoretical framework predicts that the establishment of positive associations toward a person is most efficient, if the actions of that person result in unexpected positive outcomes.

Anders ausgedrückt erwarteten Schweizer Menschen Hilfe von anderen Schweizern (In-Group) , aber nicht von Balkanstaatlern (Out-Group). Aus diesem Grund waren Schweizer Personen positiv überrascht, wenn ihnen durch eine Südosteuropäische Person geholfen wurde. Solch eine positive und unerwartete Überraschung kann Stereotypen und Vorurteilen entgegenwirken. Nach nur wenigen Durchläufen, nachdem Mitglieder der Out-Group Mitgliedern der In-Group geholfen haben, entsteht eine stark empathische Verbindung.

Weiter verallgemeinert sagt das Ergebnis dieser Studie eine Menge über die Art des Zusammenlebens aus, das wir anstreben sollten. Wird dir nur ein-zwei Mal von einer fremden Person in schwierigen Situationen geholfen, bist du viel eher dazu geneigt anderen fremden Personen zu vertrauen oder ihnen zumindest mit gesteigerter Empathie über den Weg zu laufen. Vice versa, wird dir unverschuldet und wiederholt von Fremden metaphorisch auf den Schuh getreten, wirst du in Zukunft sehr viel besser aufpassen, wo die Anderen hintreten.

Empathie ist also, zu einem bestimmten Grad, erlernt. Dafür ist es jedoch unvermeidlich sich der Out-Group auszusetzen. Es ist äußerst wichtig sich dem zu öffnen, wogegen man die größten Vorurteile hat. Gib denen, die du nicht leiden kannst, eine Möglichkeit dich zu mögen. Vielleicht nehmen Sie sie sogar wahr.

Glücklicherweise werden wir vorerst keine Angst haben müssen unseren Sinn für Empathie zu verlieren. Solange die Menschheit bewusst bleibt/ein Bewusstsein hat, wird es empathische Lebenszüge geben. Unglücklicherweise, schaut man sich einschlägige Nachrichtenagenturen an oder scrollt durch verschiedene Newsfeeds, könnte man meinen es sei bereits zu spät. Schadenfreude, zum Beispiel, ist einer von Empathie’s kleinen ungeliebten Brüdern.

Die bedeutendste Rolle in der Grundlage von Empathie spielt die Evolution. Sogenannte Spiegelneuronen sind verantwortlich dafür in gewissen sozialen Situationen zu feuern und damit ein Signal einzuleiten. Ein solches Signal entsteht in Umständen, in denen der Organismus etwas lernen kann. So kann zum Beispiel ein Schimpansenbaby, welches keine Ahnung davon hat wie es eine Banane zu pflücken, zu öffnen und zu verzehren hat, seine Mutter beobachten und durch soziales Lernen mit leichtigkeit sich die fehlenden Fertigkeiten aneignen.

Monkey see, monkey do.
Auch wenn Schimpansen keine Schwänze haben.


Deine Dosis Literatur:

Social Sciences — Psychological and Cognitive Sciences — Biological Sciences — Neuroscience: Grit Hein, Jan B. Engelmann, Marius C. Vollberg, and Philippe N. Tobler. How learning shapes the empathic brainPNAS 2016 113 (1) 80–85; published ahead of print December 22, 2015,doi:10.1073/pnas.1514539112

 

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Wahrheitstabellen

kopfvoll - wahrheitstabellen

Wahrheitstabelen

kopfvoll - wahrheitstabellen

Nun, da wir die grundlegende Syntax von logischen Formulierungen kennen, können wir die, für Deduktion besonders wichtigen, Wahrheitstabellen aufstellen. Mit einer Wahrheitstabelle kann in kürzester Zeit die Validität einer Argumentation bestätigt oder widerlegt werden. In solch einer Tabelle werden die zutreffende, also wahre, Zustände mit einem T (für true - wahr) oder einem F (false - falsch), aber niemals mit beiden zugleich, beschrieben.
Eine Wahrheitstabelle besteht, in der ersten Reihe, aus den Teilen der Prämissen. Im einfachen Falle einer Aussage, wie: "Es regnet.", wäre die dazugehörige Wahrheitstabelle folgende:

A ¬A
T F
F T

Demnach kann „nicht A“ (¬A) nur zutreffen, wenn „A“ falsch ist, also mit einem F beschrieben wird. Andersherum kann „A“ nur zutreffen, wenn „nicht A“ richtig ist, also mit einem T beschrieben wird. Setzen wir für A = „Es regnet“ ein, wird verdeutlicht, dass es nicht regnen kann, wenn es gleichzeitig nicht regnet.

Wahrheitstabellen sind in ihrer Größe weder auf die Anzahl ihrer Prämissen, noch an in der Vielfalt ihrer Syntaktischen Verbindungen, bzw. Trennungen, beschränkt. Jedwede Aussage kann, solange sie den Voraussetzungen einer Argumentation entspricht, in Syntaktischer Form und daher auch in tabellarischer Form in der Logik repräsentiert werden.
Nehmen wir uns das Beispiel mit einer weiteren Prämisse zur Hand:
 

Es regnet (A) und (∧) es ist kalt (B) = A ∧ B.

Jetzt möchten wir wissen, wann A ∧ B eine wahre Aussage ist und fertigen dafür eine Wahrheitstabelle an. Natürlich wissen wir bereits, dass „Es regnet und es ist kalt“ Nur wahr sein kann, wenn beide Zustände (Regen und Kälte) gleichzeitig erfüllt werden. In tabellarischer Form sieht diese Aussage wie folgt aus:

Es regnet (A) und (∧) es ist kalt (B) = A ∧ B
 

A B A ∧ B
T T T
T F F
F T F
F F F

In der rechten Spalte finden wir den besagten Zustand (A ∧ B = wahr), beschrieben mit einem T. Alle anderen Situationen, in denen entweder der Regen fehlt oder die Kälte oder aber alle beide, sind Falsch und werden beschrieben mit einem F.

In einem anderen Fall, gehen wir davon aus, dass nur einer von zwei Zuständen stimmen kann, zum Beispiel:

Tom ist lang (A) oder (∨) Tom ist schwer (B) = A ∨ B.
 

A B A ∨ B
T T T
T F T
F T T
F F F

Mit dem Verständnis unserer alltäglich zu Rate gezogenen „Laien-Logik“, erscheint uns die Situation der ersten Reihe als Paradox. Wir betrachten das „oder“ als ein Kriterium, welches ein (oder die andere) Option ausschließt. In der Philosophischen Logik, jedoch, Ist (A ∨ B) korrekt, wenn entweder A oder B zutrifft oder aber beide gleichzeitig zutreffen. „Tom ist lang oder Tom ist schwer“ ist nur dann eine falsche Aussage, wenn Tom weder lang noch schwer ist.

Von essentieller Wichtigkeit ist es hier im Voraus zu analysieren, wie das „oder“ gemeint ist. In unserem Beispiel könnte man anmerken, dass lange Menschen von Hause aus schwerer sind als kurze Menschen. Das Gewicht der Knochen in ihrer größeren Masse, zusätzlich zum körperlichen Drumherum, machen lange, also hohe, Menschen im Durchschnitt schwerer. Daher kann bei diesem Beispiel von einem inklusiven „oder“ gesprochen werden. Das inklusive „oder“ ermöglicht es, wie hier in der ersten Reihe, beiden Situationen (A, sowie B) gleichzeitig wahr zu sein. Ein exklusives „oder“ entbehrt sich dieser Möglichkeit, wird aber, zumindest von den meisten Logikern, als das sekundäre „oder“ betrachtet. Wir können also bei der Schreibweise (A ∨ B) davon ausgehen, dass von einem „oder“ die Rede ist, bei dem zwei wahre Zustände gleichzeitig auftreten können.

Ein exklusives „oder“, mit der Schreibweise „xor“, können wir uns wie folgt vorstellen. Im soeben genannten Beispiel mit „A“ und „B“ darf, nach der Regelung des exklusiven „oder“, nur eine von zwei Situationen zutreffen, entweder „A“ oder „B“, aber nicht beide.

Nutzen wir das bis hierhin gelernte und zerlegen den letzten Satz des vorigen Abschnitts:
 

A oder B, aber nicht beide = A oder B und nicht beide = (A oder B) und nicht (A und B) =
(A ∨ B) ∧ ¬ (A ∧ B)
 

Als letzten Schritt fertigen wir nun eine Wahrheitstabelle an, um zu verbildlichen, wann das exklusive „oder“ tatsächlich stimmt und wann es nicht stimmt:

(A ∨ B) ∧ ¬ (A ∧ B)
 

A B (A ∨ B) ¬ (A ∧ B)
T T T F F T
T F T T T F
F T T T T F
F F F F T F

Hier sehen wir nun, dass die dickgedruckte Spalte des „und“ gleichbedeutend steht für die Optionen des exklusiven „oder“. Es ist nur wahr, wenn entweder „A“ oder „B“, aber nicht beide gleichzeitig.

Also:

A B A xor B
T T F
T F T
F T T
F F F

Im Bereich der Logik gibt es neben den hier genannten (angerissenen) Inhalten auch frei zugängliche umfangreiche Werke, manche schwer verständlich, manche sehr einfach zu verdauen. 
Für die englischsprachigen Leser empfehle ich den Youtube-Channel von Professor Serna. Für ausschließlich deutschsprachige empfehle ich die komplette Playlist von PHoyningen.

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Schlussfolgern mit Zeichen – Syntax in der Logik

kopfvoll newsletter 007 - Syntax in der Logik

Schlussfolgern mit Zeichen

Syntax in der Logik

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Wie im Gebrauch anderer Sprachen, braucht auch die Logik eine schriftlich-semantische Repräsentation für Aussagen und Abfolgen von Genanntem. 
Zu allererst ist es wichtig zu verstehen, welche Arten von Aussagen genutzt werden können, um sie aus den Augen der Logik aufschreiben und daraufhin auf Wahrheitsgehalt überprüfen zu können. In ihrer am einfachsten zu verstehenden Weise, ist eine logische Aussage eine solche, die man herleiten kann. Die, auch Deduktion genannte, Herleitung besteht im Normalfall aus zwei oder mehr Prämissen (Voraussetzungen) und einer logischen Schlussfolgerung.

Beispiel:

Prämisse 1: Es regnet oder es schneit.
Prämisse 2: Es regnet nicht.
------------------------
Schlussfolgerung: Es schneit.

Dieses Beispiel repräsentiert eine wahre (valide) Aussage. Es können unendliche viele andere Beispiele gefunden werden. Daher sollten wir uns merken, dass eine Aussage IMMER valide ist, wenn seine vorergehenden Prämissen wahr sind.

Eine Aussage, die immer valide ist, wird auch Tautologie genannt. Das Gegenteil einer Tautologie ist ein Trugschluss, also eine Aussage, die nicht wahr sein kann. Ungeeignet für logische Schlussfolgerungen sind Äußerungen, die keine Argumentation enthalten. So sind, zum Beispiel, Fragen ("Ist die Tür zu?") größtenteils in ihrer Reinform ungeeignet für logische Deduktion.

In seiner effektiven Kurzform nimmt eine solche Kombination von Prämissen und Schlussfolgerung folgende Form an und bietet eine Art Schablone mit Platzhaltern:

E oder F
Nicht E
------------------------
also: F.

Mit dieser ersten Vereinfachung ist bereits ersichtlich, wie effektiv sich Aussagen in der Welt der Logik beschreiben lassen.

Da es aber selten nur um Aussagen geht, die sich aus zwei Prämissen zusammensetzen, welche eine einzige Schlussfolgerung bilden, bedient sich die logische Sprache (vieler) weiterer Zeichen. Die grundlegendsten davon sind:

Also: ∴
Nicht: ¬
Und: ∧
Oder: ∨
Wenn...Dann: →

Unser soeben benutztes Beispiel können wir also wie Folgt verkürzen:

E ∨ F
¬E
------------------------
∴F

Dies sind strukturelle Teile einer Argumentation, die dazu dienen um einzelne Objekte in der Kette von Prämissen (oder manchmal auch in der Schlussfolgerung) zu verbinden oder voneinander zu trennen, ebenso wie der gesamten Struktur Übersicht zu verschaffen.  

Ab hier können wir bereits den Großteil aller wichtigen Deduktionen in logischer Form darstellen:

A: Ich habe zu viel gegessen.
B: Mir ist schlecht
¬A: Ich habe nicht zu viel gegessen.
¬B: Mir ist nicht schlecht.
A ∧ B: Ich habe zu viel gegessen und mir ist schlecht.
A ∨ B: Ich habe zu viel gegessen oder mir ist schlecht.
A → B: Wenn ich zu viel gegessen habe, dann ist mir schlecht.
¬A → ¬B: Wenn ich nicht zu viel gegessen habe, dann ist mir nicht schlecht.
etc.

Übung

Bringe folgende Argumentationen in logische Sprache und forme eine Schlussfolgerung:

A: Wenn Berlin nicht in Deutschland liegt, dann liegt Brüssel in Schweden.
B: Berlin liegt in Deutschland.

Schlussfolgerung: ?

A: Die Putzfrau hat es getan oder der Gärtner hat es getan.
B: Der Gärtner hat es nicht getan.

Schlussfolgerung: ?

das Krankenhaus gefüllt ist mit Ärzten und Patienten, dann zerbomben wir es nicht. Das Krankenhaus ist nicht besetzt von Terroristen und Das Krankenhaus ist gefüllt mit Ärzten und Patienten.

Schlussfolgerung:

 

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Logik – Ergibt das Sinn?

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Argumentationen im alltäglichen Sprachgebrauch sind üblicherweise verbunden mit einer subjektiven Meinung über einen Sachverhalt, welche untermauert wird mit einem- oder mehreren Argumenten für oder gegen einen Aspekt dieses Sachverhaltes. 

Selten fällt uns dabei konkret auf, dass, besonders bei emotionsgeladenen Themen, unsere Begründungen für das Treffen einer gewissen Denkentscheidung, durchaus fehlerbehaftet sind. Sachliche Argumentationen werden auch im gediegensten sprachlichen Umfeld beeinflusst durch menschliche Denkmuster, die für das Finden einer validen Schlussfolgerung, sehr nachteilig sind.

Neben einer großen Anzahl von simplen, bis hin zu extrem verzwickten,Trugschlüssen, ist jeder von uns geplagt von dem stillen, oft unbemerkten, Einfluss von irrationalen kognitiven Tendenzen (biases) im Denken.
Eine wissenschaftliche Disziplin, die mit sprachlichen Mitteln arbeitet, muss sich ganz besonders in Acht nehmen vor argumentativen Fehlgriffen. (Westliche) Philosophie genießt seit beginn des 20. Jahrhunderts eine an die mathematische Logik angegliederte Sprache. Viele verschiedene Arten der Logik, sowie derer Niederschriften, haben sich bereits zu altgrieschichen Zeiten entwickelt. Die erste Form unserer westlichen Begriffslogik findet man bei Aristoteles (384 - 322 v. Chr.). Auch vorher haben es sich Sophisten zur Aufgabe gemacht Regeln der Logik gegen Bezahlungen zu verbreiten, um somit Menschen zu unterrichten. Aristoteles hat jedoch in seinem Werk "Organon" den Grundstein gelegt für moderne Logik gelegt, indem er Logik als Disziplin benutzte und sie erklärte als Werkzeug des Denkens und des Schlussfolgerns. 

Bis heute nutzen wir seine Grundpfeiler, um valide Aussagen zu treffen. Da Jeder sie erlernen kann, passiert es sogar, dass der Debattierclub von Harvard besiegt werdenkann von Insassen eines Gefängnisses mit extrem schlechten Bildungsressourcen (Kein Internet, kaum Bücher).

Mit der Symbolischen Logik, also der Argumentation und dem Extrahieren von validen (wahren, stimmigen, korrekten) Schlussfolgerungen aus Prämissen (Voraussetzungen), wurde ein Werkzeug entwickelt, mit welchem sich sprachliche Argumentationen bis auf den Kern zerlegen und daraufhin auf ihren Wahrheitsgehalt kontrollieren lassen. Dem nehmen wir uns jetzt an.

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Newsletter 004 – Katastrophisches Denken – Denkfehler in der Depression

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Katastrophisches Denken

Denkfehler in der Depression

 

Die Tücken einer Depression liegen verteilt und tief verborgen in vielen einzelnen dunklen Ecken. Hervorgerufen durch einen unausgeglichenen Neurotransmitter-Haushalt tut sich ein tiefer Abgrund dieser Affektstörung im Denkmuster Betroffener auf. Unsere Gedanken können gesteuert werden, drängen sich jedoch öfter ungewollt in den Vordergrund. Einige dieser abnormalen Gedanken sind im Folgenden vorgestellt:

 

Alles-oder-Nichts-Denken

Neben einem Schwarz gibt es außerdem noch ein weiß. Dazwischen findet sich, für einen depressiv erkrankten Menschen, nichts. Kleinste Fehler werden wahrgenommen als absolutes Versagen. Eine Abstufung von verschiedenen Grautönen, so wie sie bei gesundem Affekt vorkommen, existiert nicht.

„Drei Mal musste ich ansetzen, um in die Parklücke zu kommen. Am besten bleibe ich demnächst einfach zu Hause.“

 

Übergeneralisieren

Einzelne voneinander unabhängige Ereignisse werden als dauerhafter, voneinander nicht loslösbarer, Zusammenhang wahrgenommen. Depressive Störungen verleiten zu dem Denken, dass es nicht enden wollende, aufeinanderfolgende negative Erlebnisse gibt, die alleinig hervorgerufen sind durch die eigene Unfähigkeit und des eigenen Pechs.

„Ich bin so unfähig, dass sogar schon meine Kaffeemaschine aufgehört hat mir Kaffee zu machen.“

 

Mentaler Filter

Einzelne, oft unwichtige, negative Details werden hervorgehoben. Positive, gleichwertige oder höherwertige, Details werden außer Acht gelassen und nicht in das Denken der/des Betroffenen mit einbezogen.

„Ja, mag sein, dass die Sonne scheint, aber ich hatte heute schon wieder so viel Pech mit dem Finden eines Parkplatzes…“

 

Positives disqualifizieren

Positive Ereignisse, anders als negative Ereignisse, zählen nicht und werden als Ausnahmen disqualifiziert.

„Jeder hat mal Glück, an mir kann es nicht liegen.“

 

Voreilig Schlussfolgern

Ohne echte Beweise zu haben, interpretieren depressive Menschen voreilig und ziehen Schlüsse. Es wird die Wahrnehmung entwickelt, dass andere Menschen negativ auf einen reagieren, jedoch wird nicht hinterfragt, ob die eigene Einschätzung wahrheitsgemäß ist. Außerdem werden Geschehnisse in der Zukunft als negativ betitelt, ohne dass es dafür valide Gründe gibt. Diese Einschätzung wird als bereits wahrer Fakt gehandelt.

„Wieso sollte ich auf die Party gehen? Die können mich doch eh alle nicht leiden. Das wird richtig scheiße, ich weiß es.“

 

Katastrophen erstellen

Die Wichtigkeit von gewissen Ereignissen wird entweder stark hervorgehoben oder extrem verkleinert. Eigene Fähigkeiten werden verkleinert, bis sie zu einem unerkennbaren Teil eines (negativen) Ganzen geschrumpft sind. Eigene verbesserungsfähige Eigenschaften werden unter die Lupe genommen und vergrößert, bis sie im Vordergrund stehen.

„Ach, so ein bisschen Rechnen kann doch jeder. Dafür verstehe ich einfach absolut nichts vom Klimawandel, ich bin dumm wie Stroh.“

 

Emotional basierte Gründe

Eigene negative Emotionen werden als tatsächliche Reflektion einer objektiven Welt benutzt.

„Mein Leben ist absoluter Mist. Wieso würde ich mich sonst so schlecht fühlen?“

 

Der Konjunktiv als bester Freund

Mit hätte/könne/wollte werden eigene Bestrebungen angetrieben und oftmals fallen gelassen. Motivationaler Antrieb wird durch den Gebrauch des Konjunktivs als „nicht zwingend erforderlich, jedoch trotzdem ganz schön“ abgestempelt. Gegenüber anderen Menschen wird nach dem Gebrauch eines „Du solltest besser…“ der betroffene geplagt von Schuldgefühlen.

“Ich könnte morgen an Stelle von 13Uhr vielleicht um 10Uhr aufstehen.”

 

Personalisierung

Die eigene Existenz wird als Grundlage für das Leiden Anderer gesehen. Ereignisse, auf die die depressive Person keinerlei Einfluss hat (haben kann), werden direkt mit der eigenen Person in Verbindung gebracht.

„Hätte ich mehr für gute Zwecke gespendet, wären letztes Jahr nicht 2000Km² tropische Flora und Fauna getötet worden.“

 

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