Stress im Wechsel mit Erholung – No-Stress Jam #2

Sich Treu Bleiben

Chronischer Stress bringt eine Gefahr mit sich. Wir sind zu gestresst, um uns daran zu erinnern unseren Stress zu verarbeiten.

Am Ende eines anstrengenden Tages oder nach einer anstrengenden Tätigkeit, müssen wir bewusst an die Regenration unserer Ressourcen denken: Erholung.

Vergessen wir solche eine Erholungspause im Laufe des Tages einzubauen oder schieben sie solange vor uns her, dass sie an Dringlichkeit verliert, laufen wir Gefahr unsere Leistungsfähigkeit zu senken und auf Dauer unserer Gesundheit zu schaden.

Den meisten Menschen unter uns fällt ein andauernd erhöhter Stresspegel erst auf, wenn sich negative Konsequenzen durch die Stresseinwirkungen an und in uns chronifiziert haben. Unsere psychophysiologische Einheit ist dann bereits so lange unter Volllast gefahren worden, dass fortwährende Schädigungen nicht mehr abzuweisen sind. Maximal eine Eindämmung der Schadensintensität und dessen Umfang kann dann, unter der tristen Bezeichnung der Rehabilitation, verfolgt werden. So weit soll es nicht erst kommen.

Um unnötigen und besonders langanhaltenden Stress zu vermeiden, ist ein einziger Gedanke hilfreich. Die bewusste Wahrnehmung, ob und wie sehr ich gestresst bin sollte regelmäßig in unser Denken gerufen werden. Ein kleiner Moment der Reflexion, der uns nach innen blicken lässt, um die Situation zu analysieren. Ein Kontrollgang durch den Maschinenraum, um zu sehen, wie hart die Maschinen laufen.

Am Ende kann es sonst dazu kommen, dass ein scheinbar ruhiges Dasein blind in ein Chaos von Stress und gefühlter Überforderung gefahren wird. Ende müssen nicht immer schön sein.

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Kann Musik Emotionen erzeugen?

Musik und Emotionen

Was sagt die Wissenschaft dazu?

Für die meisten Menschen besteht zu dieser Frage überhaupt keine Zweifel. Die meisten unter uns werden fest davon überzeugt sein, Musik habe die Möglichkeit Emotionen zu erzeugen. 

Nimmt man sich die Zeit und die Freiheit mit einem vernünftigen Satz Kopfhörern in der Couch zu versinken und mit geschlossenen Augen dem zu lauschen, was Musiker für so wertvoll hielten, es aufnehmen zu müssen, dann sollte auch dem letzten Skeptiker verdeutlicht werden, wie emotional geladen Musik sein kann.

Aus einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise ist solch eine Beobachtung zwar valide, aber noch lang nicht genug, um wirklich jeglichen Zweifel einzuräumen, Musik allein habe die Möglichkeit solch eine Wirkung zu erzielen. Vielleicht ist es viel mehr die biographische Erfahrung einer jeden Person, die zu emotionaler Ladung/Entladung führt? Eventuell hat nicht gar die Symbiose aller Instrumente in einem Stück die Macht über unsere Gefühlslage, sondern nur eine bestimmte Instrumentation an einer bestimmten Stelle? Zur Beantwortung solcher Fragen muss ein systematischer Ansatz gefunden werden, der viele der einflussnehmenden Faktoren eliminiert oder zumindest kontrolliert.

Tatsächlich entstand über die Jahre der Forschung im Gebiet der Musikpsychologie nicht nur eine Kontroverse darüber, ob und wie Musik Emotionen erzeugen kann. Es ist ebenfalls zu beobachten gewesen, wie lange es gedauert hat und wie schwierig es war empirische Beweise zu erarbeiten, die es uns etwas leichter machen Aussagen über die gestellten Fragen zu treffen. Glücklicherweise konnten mit dem Ende der 1990er Jahre und den Anfängen des 21. Jahrhunderts starke wissenschaftliche Ergebnisse beobachtet und dokumentiert werden.

Mit einer großen Anzahl an objektivierten Interview-Studien (DeNora, 2000; Gabrielsson, 2001; Juslin & Laukka, 2004; Pike, 1972; Waterman, 1996), physiologischen Messungen (Davis & Thaut, 1989; Krumhansl, 1997; Vaitl, 1993), Messungen von Hirnaktivität in Bereichen emotionaler Verarbeitung (Blood & Zatorre, 2001; Brown, 2004), emotionaler Ausdruck (Sloboda, 1991), Tendenz zum Handeln (Fried & Berkowitz, 1979) und emotionaler Regulierung (Becker, 2001; Gabrielsson, 2001), hat die Wissenschaft in der Analyse menschlicher Emotionen im Kontext musikalischer Wahrnehmung enorme Sprünge nach vorne vollzogen.

Jeder aufmerksame Leser wird spätestens beim Betrachten einiger dieser Studien bemerken, wie sehr sich die meisten dieser Untersuchungen einzig und allein auf die Ausrichtung in unseren westlichen Kulturkreisen konzentrieren. Demnach wurden kulturell westlich aufgewachsene Menschen mit Musik konfrontiert, die durch westliche Eigenschaften geprägt sind und uns ausschließlich in nur diesem musikalischen und emotionalen Zusammenhang erlauben, Aussagen treffen zu können. Möglicherweise haben Afrikanische Volksstämme mit ihrer sehr andersartigen musikalischen Entwicklung, ihrer in unseren Kreisen kaum vergleichbaren Kommunikation und dem zu unserer Kultur anderen Umgang mit Emotionen, völlig andere Mechanismen durch welche Musik wahrgenommen und Emotionen erzeugt werden?! Es braucht noch viel wissenschaftlichen Aufwand, um wirklich verstehen zu können, was uns dahingehend unterscheidet und wo wir Menschen, egal woher wir kommen und wo wir aufgewachsen sind, gleichermaßen beeinflusst.

Musik und Emotionen

Was ist nun mit den Emotionen?

In meinem letzten Beitrag ("Emotionale Reaktionen und Musik") wurde bereits angesprochen, wie schwierig es ist in natürlichen Settings, also unter normalen Umständen und in alltäglichen Umgebungen, in denen Menschen Musik hören, zu analysieren, was Zuhörer fühlen. 

Um überhaupt einschätzen zu können, ob, was, wie oft und wann Menschen beim Hören von Musik unter dem Einfluss von durch die Musik erzeugten Emotionen stehen, mussten sich extrem schlaue Wissenschaftler über eine lange Zeit den Kopf zerbrechen und Lösungen zu diesem Problem (oder besser gesagt diesen Problemen) finden.

Spontan erzeugte Emotionen in der tagtäglichen Routine einer Person können sicherliche auf verschiedene Arten eingefangen und dokumentiert werden. Eine Möglichkeit ist die sogenannte "experience sampling method", also die Methode der Erfahrungsstichprobe (verzeiht meine katastrophale Übersetzung). Sloboda und Kollegen haben im Jahre 2001 versucht den Nutzen dieser Methode zu analysieren. Sie haben einigen Teilnehmern dieser Studie (N=8) einen Pager und ein Tagebuch überreicht. Die alteingesessenen Leser unter uns werden sich noch an die damals technisch hochfortschrittlichen Geräte erinnern. Ein Pager war ein kleines Gerät, welches an das Hosenbund gesteckt wurde und in der Lage war auf einem monochromatischen einzeiligen Display eine Nachricht anzeigen zu können. Pager wurden überwiegend dazu genutzt sich informieren zu lassen, man solle jemanden dringend zurückrufen. Am Ende der Nachricht wurde die Telefonnummer des übermittlers angezeigt. Im Falle der wissenschaftlichen Untersuchung von Sloboda wurden Teilnehmer daran erinnert, sie sollen bitte einen Eintrag in ihr Tagebuch vornehmen. Diese Art der erinnerung bekamen sie im Schnitt alle zwei Stunden über einen Zeitraum von einer Woche. Die Eintragungen im Tagebuch der Teilnehmer bezogen sich hauptsächlich auf jegliche musikalische Bestandteile im täglichen Ablauf und emotionaler Regungen, welche durch die Musik hervorgerufen wurde. Nach Beendigung der Studie hatten die auswertenden Wissenschaftler ein Sammelsurium an möglichen Korellationen und Kausalitäten abzuwägen.

Es schien ersichtlich, dass 44% eines jeden Tages gefüllt war mit einer Art musikalischen Untermalung. Wir müssen uns nur vorstellen, wo wir in unserem eigenen täglichen Leben überall mit Musik in Berührung kommen. Den Meisten unter uns werden sofort Beispiele wie "Fahrstuhlmusik", "Autoradio" oder "Straßenmusiker" einfallen. Abgesehen von einer Fülle an musikalischen Eindrücken, ist es wichtig zu unterscheiden zwischen einer passiven Beschallung, der man sich nicht unbedingt freiwillig hingibt und der Erfahrung des aktiven und bewussten Zuhörens. Die wenigsten der Studienteilnehmer hatten ein aktives Hörerlebnis, welches sie bewusst für sich selbst eingerichtet haben, zu verkünden. Die meisten wurden nur beschallt.

Die take-away Ergebnisse Sloboda's Studie waren folgende. Teilnehmer unter dem Einfluss von Musik waren positiv eingestellter, aufgeweckter und fokussierter. Speziell in den Fällen, in denen die Partizipanten einen Einfluss darauf hatten, welche Musik gespielt wird, waren die soeben genannten Ergebnisse noch deutlicher zu beobachten.

Mehrmals schon konnten die Ergebnisse dieser Studie repliziert werden. Juslin und Kollegium, zum Beispiel, konnten 32 Teilnehmer dazu bewegen mit Hilfe eines Laptops ähnliche Aufzeichnungen vorzunehmen. Daraus resultierten ähnliche Befunde. Die Teilnehmer dieser replikativen Studie standen zu 37% eines jeden Tages unter dem Einfluss von Musik. In zwei Dritteln dieser Zeit fühlten sich die Teilnehmer von der Musik emotional beeinflusst. Besonders in Abendstunden und an Wochenenden war der emotionale Bestandteil beim Hören von Musik groß. Das mag daran liegen können, dass Musik, hört man sie zu Zeiten, in denen der Kopf frei und der Geist ungestört ist, viel stärker wirken kann. Ähnlich verhätl es sich mit einem Gedicht, welches nur seine volle Wirkung entfaltet, wenn man sich auf das gesagte/geschrieben konzentriert und die Worte im Kontext aktiv aufnimmt und verarbeitet.

Es ist also, und das werden die meisten unter uns bereits vermutet haben, wichtig, WIE man Musik hört. Es reicht nicht aus, dass im Fahrstuhl angenehm jazzige Klänge auf uns herabfallen, wenn wir nebenbei auf dem Smartphone unseren Facebookstatus ändern. Musik entfaltet emotionale Kräfte nur, wenn wir bereit dazu sind uns dem hinzugeben. Doch dann kommt erneut die Frage auf, ob Musik in und an sich selbst überhaupt die Fähigkeit besitzt Emotionen zu erzeugen?!

Quellen:

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Emotionale Reaktionen und Musik

Musik und Emotionen

Musik wird, spätestens seit Zeiten der alten Griechen, mit Gefühlen verbunden. Emotionen spüren, sich dem hingeben, was in uns brodelt und nicht zuletzt sich selbst ein stück weit besser verstehen, ist wichtiger Teil musikalischer Wahrnehmung. Aber wie nehmen wir Musik wahr? Wie kommen wir dazu zutiefst berührt zu sein, wenn die letzte akustische Schwingung den Raum verlässt und wir konfrontiert sind mit der geballten Leere als Abschluss einer emotionalen Achterbahnfahrt?

 

 

Bis Tränen fließen oder wir lautstark vor Freude lachen.

 

Menschen nutzen Musik um ihre Gefühle zu beeinflussen. Emotionen erzeugen, die momentane Emotion möglichst schnell abändern in eine andere und sich selbst beruhigen, Stress abbauen oder in feierlaune bringen, sind nur grobe Beispiele dessen, was Musik in seiner praktischen Anwendung leisten kann.

Auch wenn es wenige Menschen gibt, denen Musik als emotionaler Richtungsweiser keinerlei Nutzen bringt, sind die meisten unter uns bewusst und unbewusst stark durch musikalische Einflüsse geprägt. Die Wissenschaft, insbesondere die Psychologie der Musik, weiß auf einige Fragen und Phänomene dieser Art Antworten zu geben. Vieles in der Thematik unserer audiovisuellen Wahrnehmung ("Warum erzeugt bereits das Intro zu Stairway to Heaven bei vielen eine Gänsehaut?", "Wie kann es sein, dass Menschen Dubstep genießen?", "Wieso verstehen wir in unseren westlichen Kulturkreisen ungerade Taktarten nur schwer?") ist uns jedoch weitestgehend ein Rätsel.

Es ist, bei der Wahrnehmung von Emotionen, erzeugt durch musikalische Darbietung, wichtig zu unterscheiden, ob eine Emotion nur erkannt oder tatsächlich gefühlt wird. Viele Musikstücke tendieren dazu dem Zuhörer eine gewisse emotionale Grundhaltung aufzuerlegen. Nichtsdestotrotz kann eine Gefühlsebene (aggressiv, liebevoll, aufgeregt, ruhig etc.) nicht nur erkannt und nachvollzogen, aber auch internalisiert und von einem selbst aus erzeugt und erlebt werden.

Beispiel:
Höre ich mir "Stumble then rise on some awkward morning" (A Silver Mount Zion) an, dann ist relativ offensichtlich wie ich mich fühlen werde. 

Doch auch hier ist zu unterscheiden zwischen der alleinigen Erkennung der durch die Musik übertragenen Emotionen und dem tatsächlich von mir aus erzeugtem Gefühl der z.B. Hilflosigkeit, Angst, Einsamkeit, Hoffnung etc. Sicherlich gehen beide Phänomene Hand in Hand. Es braucht eine Art Auslöser, um den "Motor" der Emotion in Fahrt zu bringen, so wie es ein trauriges Ereignis braucht, um tatsächlich Trauer empfinden zu können. Sobald diese Anregung passiert ist, dient die musikalische Darstellung als Katalysator, der das eigene Denken, die Gefühle und Erinnerungen antreibt und uns eine unter Umständen tausendfach stärkere Gefühlswahrnehmung bereitet. Bis Tränen fließen oder wir lautstark vor Freude lachen.

Eine interessante Beobachtung ist die inkongruente Wahrnehmung durch Musik erzeugter Emotionen. Es ist demnach nicht selten, dass sich Menschen zur Beruhigung, in aufregenden Lebensphasen, besonders schnelle, aggressive und/oder laute Musik genehmigen. Zarte Klavierstücke hingegen würde diese Sparte Mensch nur weiterhin auf die Palme bringen. Andere dagegen brauchen ruhige Klänge um sich zu beruhigen. Jeder, wie er es braucht.

Musik und Emotionen

Wie werden Emotionen definiert?

Um mit Emotionen arbeiten zu können, müssen wir sie verstehen und definieren. Das Konzept menschlicher Emotionen ist sehr weitläufig und kann unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten verstanden werden.

In der Wissenschaft konnt esich soweit geeinigt werden, dass Emotionen stets als ein Affekt verstanden werden kann. Eine Emotion ohne Affekt ist keine reine Emotion. Menschlicher Affekt ist aber weitaus mehr als nur Emotionen. Unter Affekt verstehen wir weiterhin soetwas wie unsere Vorlieben, unsere Stimmung, bestimmte Neigungen und was wir umgangssprachlich als Bauchgefühl definieren. 

Auch wenn sich (noch) nicht auf eine allgemeingültige Definition von Emotionen geeinigt werden konnte (und wahrscheinlich niemals wird), wissen wir die Terminologie halbwegs einheitlich zu nutzen. Emotionen werden verstanden als zeitlich begrenzt anhaltende Gefühlsregungen, welche einige Minuten, aber auch mehrere Stunden, anhalten können. Es sind intensive Reaktionen auf für das eigene Leben direkt oder indirekt potentiell wichtige Ereignisse. Darüber hinaus erzeugen auch Änderungen in der eigenen Umwelt emotionale Reaktionen. Solche Änderungen müssen nicht immer nur von außen kommen. Innere Veränderungen, im Sinne von Erkenntnissen oder Selbstreflektion, kann eine intensive Emotion hervorrufen. Beispiele für solch umweltbedingte Einflüsse und Änderungen können extrem vielseitig sein, beinhalten aber fast immer mehrere der folgenden Bestandteile:

 

  1. kognitive Einschätzung (etwas wird als gefährlich wahrgenommen/etwas wird als sehr vertrauenswürdig eingeschätzt)
  2. subjektive Wahrnehmung (ein komisches Bauchgefühl/"Ich fühle mich gut bei der Sache, weiß aber nicht so recht weshalb")
  3. körperliche (physiologische) Reaktionen (mit Steigerung der Herzfrequenz wird unserem Hirn vermittelt, dass eine Gefahr droht oder ein extrem freudiger und aufregender Zustand eintritt)
  4. Ausdruck (schreien/flüstern)
  5. Handeln (wegrennen/annähern; Flüchten/Kämpfen)
  6. Regulierung (beruhigen/aufregen)

 

Solche Komponenten können in wissenschaftlichen Untersuchungen dazu genutzt werden emotionale Zustände zu messen und einzuschätzen. Ein wichtiger Punkt dabei ist das Verständnis Emotionen von Gefühlen unterscheiden zu können. Emotionen werden üblicherweise gehandelt als intensive Reaktion auf einen gewissen (definierbaren) Auslöser. Gefühlszustände dagegen brauchen nicht zwingend einen direkten Auslöser und können über einen weitaus längeren Zeitraum empfunden werden.

Wie werden Emotionen gemessen?

Wenn wir über Emotionen in Musik sprechen, müssen wir eine Möglichkeit haben auch tatsächlich nachprüfen zu können, was wer wann fühlt.

Erzeugt Musik Emotionen? Welche Emotionen erzeugen verschiedene Arten von Musik? In welchen Situationen werden Emotionen besonders stark durch Musik hervorgerufen? Sind durch Musik erzeugte Emotionen in ihrer Art anders als Emotionen, die durch andere Auslöser, wie zum Beispiel ein Gedicht oder eine Geschichte, erzeugt werden? Kann Musik vielleicht sogar gesundheitliche Vorteile mit sich bringen?

All das sind Fragen, die sich viele Musiker und besonders Wissenschaftler seit geraumer Zeit stellen. 

Seit den späten 90er Jahren werden verschiedenste methodologische Vorgehensweisen genutzt, um wenigstens ein paar dieser Fragen zu beantworten. Es wurden bereits Experimente durchgeführt, in denen die Testkandidaten Musik hören (Waterman, 1996), Umfragen beantworten (Juslin und Laukka, 2004), Tagebücher führen (Sloboda, 2001 - PDF) oder in Interviews Stellung beziehen (DeNora, 2001).

Unter Anbetracht der vielschichtigkeit von menschlichen Emotionen ist über die Jahre deutlich geworden, dass verschiedenste Messungen kombiniert am aussagekräftigsten sein können. So könnte man im experimentellen Kontext einer Studie neben den geläufigen physiologischen Messungen (Herzfrequenz, elektrodermale Aktivität, Körpertemperatur etc.) Aussagen der Partizipanten und Verhaltensbeobachtungen kombinieren und somit ein stärker aussagefähiges Gesamtbild konstituieren. 

Eines der größten Probleme bei solchen Vorgehensweisen ist die fehlende Natürlichkeit der Situation. Simpel ausgedrückt wird sich niemand freiwillig in ein enges Labor setzen, sich mit einem EEG-Gerät verkabeln lassen, um den himmlischen Klängen eines David Gilmoure Gitarrensolos hinzugeben. Eine experimentelle Laborsituation ist nämlich genau das, was es ist...eine Situation im Labor. Künstlich erzeugt unter den besten Umständen, um Messungen möglichst kontrolliert und ohne große Fremdeinflüsse vornehmen zu können.

Völlig anders sieht es bei natürlichen Alltagssituationen aus. Die Anzahl an nicht zu beeinflussenden Variablen im alltäglichen Leben macht es einer kontrollierten Messung feinster körperlicher und kognitiver Reaktionen fast unmöglich. 

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