Studie: Stress von Schülern gebunden an Burnout der Lehrer

burnout

Schulischer Unterricht ist gebunden an zwei teilhabendene und wichtige menschliche Komponente: Der Lehrerin oder dem Lehrer und den Schülerinnen und Schülern. Dass sich beide gegenseitig im Verlauf der Unterrichtszeiten beeinflussen ist relativ offensichtlich. Dennoch gibt es bezüglich des Burnout-Syndroms bei Lehrern in Relation zu Verhaltensänderungen und -einflüssen bei Schülerinnen und Schülern wenig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.

Eva Oberle und Kimberly Schonert-Reichl von der Universität in British Columbia haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht genau dieses Phänomen zu untersuchen [1].

Ihre systematische Vorgehenseweise bestand darin Cortisol-Level aus Speichelproben bei den Schülern zu messen und diese zu korellieren mit den Burnout-Leveln der untererichtenden Lehrern. Durch diese einfache und sehr geradlinige Untersuchung wurde festgestellt, wie groß der Einfluss ist, den ausgebrannte Lehrerinnen und Lehrer auf das Verhalten von Schülern im Untericht haben.

Nicht nur waren die Cortisol-Level der Schüler erhöht, es wurden auch verstärkt Gefühle von Nervosität und die steigende Unfähigkeit dem Unterricht zu folgen, observiert. Lerndefizite und, als Langzeitfolge, mentale gesundheitliche Probleme stellen demnach im Unterricht mit ausgebrannten Lehrern ein erhöhtes Risiko dar. Die beiden Wissenschaftlerinnen nennen das beobachtete Phänomen „stress contagion“, also „ansteckenden Stress“.

Nicht selten beobachten wir in unserem eigenen Leben, dass gestresste Menschen, mit denen wir in Kontakt treten, Stress in uns selbst auslösen. Sie wirken desorganisiert, strahlen akuten Zeitmangel aus und fokussieren negative Aspekte im täglichen Handeln und Denken. Diese Art der Nervosität überträgt sich auf die Mitmenschen, auch wenn diese eigentlich keinen Grund haben gestresst zu sein oder generell eher stressresiliente Menschen sind, für die Stress erst in der höchsten Konzentration nicht mehr zu bewältigen ist und daher negative gesundheitliche Folgen mit sich bringt.

Konstruktive Lösungsvorschläge für das Bekämpfen von stressiger Atmosphäre in Klassenräumen ist gebunden an viele Faktoren. Oberle und Schonert-Reichl konzentrieren sich dabei besonders auf die Unterstützung, die Lehrer in ihrem Kollegium, in Supervision und anderen Schulinternen und auch externen Einrichtungen wahrnehmen können und sollten. Vernachlässigt werden sollte auch das stresserzeugende Verhalten der Schülerinnen und Schüler nicht. Daher ist es ratsam die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler nicht als Kausalität in eine Richtung zu verstehen.

Gestresste Schüler strengen die Lehrperson mehr an, welche dadurch gestresster und ausgebrannter wird, was wiederum dazu führt, dass Schüler gestresster werden und das Lehrpersonal mehr anstrengen.


"It is clear from a number of recent research studies that teaching is one of the most stressful professions, and that teachers need adequate resources and support in their jobs in order to battle burnout and alleviate stress in the classroom," - Kimberly Schonert-Reichl


[1] - Eva Oberle, Kimberly A. Schonert-Reichl. Stress contagion in the classroom? The link between classroom teacher burnout and morning cortisol in elementary school studentsSocial Science & Medicine, 2016; 159: 30 DOI: 10.1016/j.socscimed.2016.04.03

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Stress ist in der Wahrnehmung – no-stress intermission

Stress und Wahrnehmung

Stress ist in der Wahrnehmung und im Grunde weniger kompliziert als oft suggeriert wird.

Gänzlich unverstanden ist Stress in der allgemeinen Bevölkerung nicht. Jeder hat eine Vorstellung davon, was für Sie oder Ihn Stress bedeutet. Spätestens, wenn wir uns in einer stressigen Situation wiederfinden, wissen wir um unseren Zustand. 

Unser Grundverständnis von Stress spiegelt im täglichen Leben oft "nur" die Instanzen konkreter stressiger Vorkommnisse wieder. Das bedeutet, dass wir nach einem anstrengenden und stressigen Tag unseren ausgelauchten müden Zustand den konkreten Ereignissen dieses Tages zuschreiben. Es liegt auf der Hand die Menschen und Situationen für unseren leeren Tank verantwortlich zu machen, die uns den ganzen Tag lang auf hochtouren fahren ließen.

Neben einer allgemeinen positiven Weltanschauung (viel schwerer getan als geschrieben) ist ein gewisses Verständnis der teilhabenden mitschuldigen Stressoren wichtig.

Ein Stressor ist eine Person, eine Situation, ein Zustand etc., welcher in uns eine Stressreaktion auslöst. Demnach hat jeder Mensch seine ganz individuellen Stressoren. Außerdem ändern sich, bedingt durch unsere sich stets anpassenden körperlichen Mechanismen, Stressoren im Laufe der Zeit. 

Die Kombination einer Stressreaktion, ausgelöst durch einen Stressor, bezeichnet man im Ganzen als Stress.

Stressor + Stressreaktion = Stress

Ohne weiter auf die theoretischen Feinheiten von Stressoren, wie z.B. die Unterscheidung zwischen internen und externen Stressoren, einzugehen, sollten Sie offen für die Wahrnehmung von Stressoren im Allgemeinen sein. Sie können sich die Möglichkeit eröffnen den Grund ihrer momentanen Stresswahrnehmung zu erkunden, indem Sie sich zuerst die Frage stellen: "Nehme ich in mir gerade Stress wahr?". 

Falls dem so sein sollte, lokalisieren Sie den möglichen Stressor und versuchen Sie ihn zu verstehen. Schauen Sie sich ihn genau an, hören Sie genau hin, fühlen Sie extra scharfsinnig. Danach entledigen Sie sich von dem Stressor oder versuchen sich einen stressfreien Kontext für sich selbst zu schaffen. Das kann bedeuten den Raum, in dem Kolleginnen und Kollegen auf hoher Lautstärke diskutieren, zu verlassen; die unrealistische Deadline direkt, aber höflich, mit dem Chef zu besprechen oder die Betreuung der schreienden Kinder kurzzeitig an den Mann oder den Babysitter abzugeben.

Ein voller Kopf muss ab und an geleert werden. Dafür darf man sich die Zeit nehmen und abschalten.

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Stress im Wechsel mit Erholung – No-Stress Jam #2

Sich Treu Bleiben

Chronischer Stress bringt eine Gefahr mit sich. Wir sind zu gestresst, um uns daran zu erinnern unseren Stress zu verarbeiten.

Am Ende eines anstrengenden Tages oder nach einer anstrengenden Tätigkeit, müssen wir bewusst an die Regenration unserer Ressourcen denken: Erholung.

Vergessen wir solche eine Erholungspause im Laufe des Tages einzubauen oder schieben sie solange vor uns her, dass sie an Dringlichkeit verliert, laufen wir Gefahr unsere Leistungsfähigkeit zu senken und auf Dauer unserer Gesundheit zu schaden.

Den meisten Menschen unter uns fällt ein andauernd erhöhter Stresspegel erst auf, wenn sich negative Konsequenzen durch die Stresseinwirkungen an und in uns chronifiziert haben. Unsere psychophysiologische Einheit ist dann bereits so lange unter Volllast gefahren worden, dass fortwährende Schädigungen nicht mehr abzuweisen sind. Maximal eine Eindämmung der Schadensintensität und dessen Umfang kann dann, unter der tristen Bezeichnung der Rehabilitation, verfolgt werden. So weit soll es nicht erst kommen.

Um unnötigen und besonders langanhaltenden Stress zu vermeiden, ist ein einziger Gedanke hilfreich. Die bewusste Wahrnehmung, ob und wie sehr ich gestresst bin sollte regelmäßig in unser Denken gerufen werden. Ein kleiner Moment der Reflexion, der uns nach innen blicken lässt, um die Situation zu analysieren. Ein Kontrollgang durch den Maschinenraum, um zu sehen, wie hart die Maschinen laufen.

Am Ende kann es sonst dazu kommen, dass ein scheinbar ruhiges Dasein blind in ein Chaos von Stress und gefühlter Überforderung gefahren wird. Ende müssen nicht immer schön sein.

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Selbstoptimierung, Ansprüche und Anpassung – No-Stress Jam #1

selbstoptimierung

Das Gefühl stetig wachsenden Ansprüchen gerecht werden zu müssen ist kein schönes. Wo findet dabei die Selbstoptimierung ihren Platz?

Unangepasst zu sein bedeutet nicht gleichzeitig unpassend zu sein. Dennoch sehen sich viele Menschen konfrontiert mit ihren tägliche Aufgaben. Als festgefahrene Routine sehen sie sie als Last, die mit dem Verlauf der Zeit immer schwerer wird. Die daraus resultierende ansteigende Stresswahrnehmung vergilbt unsere Sinne und stumpft sie soweit ab, dass ein Genuss unserer täglichen Erledigungen immer schwieriger wird. Wie können wir Freude in etwas finden, das augenscheinlich unserer Selbstverwirklichung im Wege steht?

Im Zuge unserer "höher-schneller-besser"-Kultur breitet sich ein Denken aus, welches die Selbstoptimierung enorm hervorhebt. Von Life-Coaches zu Selbsthilfebüchern über Nootropics zu Diäten. Dabei ist das Bedürfnis der Verbesserung seines Aussehens, Denkens und Handelns in sich selbst oft ein Produkt des fast schon wahnhaften Trends des Besser-werdens.

An sich zu arbeiten ist keineswegs krankhaft oder falsch. Ganz im Gegenteil, besser werden heißt BESSER WERDEN. Wichtig ist es, für jeden, der aktiv an seiner eigenen Person arbeiten möchte, WORAN sie oder er arbeitet.

Stecke dir deine eigenen Ziele. Am besten Ziele, die ganz autentisch von Herzen kommen und in das Gesamtbild der Person, die du gerne sein möchtest, passen. Verfolge große Ziele, vergiss jedoch nicht diese in kleine Etappensiege aufzuteilen. Wenn du nicht weiß, wer du sein möchtest, dann warte noch mit den großen Zielen. Die Chance sich zu verlaufen, wenn man nicht sicher ist, wo man hin möchte, ist sehr groß.

In einer Flut von non-stop "24/7" Seinneseindrücken, durch die rapide Verbreitung medialer Inhalte, ist es sowieso grundlegend fast unmöglich einen klaren und kühlen Kopf zu bewahren. Jeder hat etwas, alle möchten etwas, keiner ist zufrieden, aber alle scheinen ihr Leben vollends auszukosten. Es ist einfach zu leicht zu (v)erkennen, was man noch braucht, um glücklich zu werden. Viel schwieriger ist das Gegenteil.

Ruhe zu finden und Glückseligkeit zu empfinden ist fast immer negativ korelliert mit dem Bedürfnis sich etwas kaufen, bzw. aneignen, zu müssen. Ausgenommen davon sind überwiegend Fähigkeiten, die einen als Person wachsen lassen und Erfahrungen, die selbiges tun. Davon nicht ausgenommen sind materielle Güter, denen eine magische Fähigkeit zugeschrieben wird. Der Besitztum an sich erzeugt in uns die Vorstellung und Erwartungshaltung der sofortigen Verbesserung gewisser Aspekte in unserem Leben.

Der neue Fernseher bringt so viel mehr Spaß, die neue Kette macht mich so viel glücklicher, unser zweites Auto macht uns umso mobiler...Sicherlich ist es möglich, dass eine neue materielle Anschaffung einem Freude bereitet. Leider ist diese in dem meisten Fällen weitaus kurzlebiger und weniger intensiv, als wir es uns erhofft hatten. Vertreten wir dagegen den Gedanken materielle Besitztümer als Möglichkeit der Selbstentfaltung zu betrachten, eröffnen sich uns viel mehr Freiheiten und Situationen, in denen wir mit Hilfe unserer Ansprüche, einer realen Selbsteinschätzung und etwas Struktur, als Menschen wachsen können.

Damit einher geht die Unangepasstheit, mit der ich diesen Text eingeleitet habe. Um unangepasst zu sein, bedarf es der Überzeugung wir seien als Ganzes (oder ein bestimmter Teil von uns) unpassend in dem Kontext, in dem wir uns befinden. Um uns passend zu machen, versuchen wir krampfhaft uns zu bessern. Besserung steht dabei zu oft gleichbedeutend für Veränderung im Sinne von "sich ändern" ohne im Hinterkopf zu behalten, wer wir sind oder wer wir sein möchten.

Einen Moment inne halten und mit kontrollierter 4-6-Atmung [PDF] zu reflektieren, wer ich bin und wer ich sein möchte, soll als Abschluss mit dem ersten No-Stress-Jam den heutigen Beitrag beenden.

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Entspannungskugeln

Entspannungskugeln

Entspannung ist nicht käuflich. Es ist vielmehr ein Zustand, dessen Ursprung sich in unserem tiefsten Inneren auftut.

Leider ist das Thema der inneren Zentriertheit heutzutage viel mehr ein Marketing-Thema, als das, was es eigentlich sein sollte, nämlich eine praktizierte Einstellung. Vielen, darunter oft auch mir selbst, fehlt nicht etwa die Möglichkeit entspannende Momente zu finden oder etwa die Zeit, um Entspannung zu praktizieren. Häufig ist es lediglich eine Frage von “einfach anfangen”, weil wir uns nicht dazu bringen können andere Aufgaben liegen zu lassen, um aktiv neue Energie und Ausgeglichenheit aufzutanken.

Im Berufsleben schwingen wir uns von einer intensiven Tätigkeit zu der Nächsten, schalten blitzschnell zwischen Aufgaben hin und her und setzen uns stressigen äußeren Umgebungen aus. Alles um uns herum strahlt Arbeit aus. Jedes Objekt auf unserem Schreibtisch hat eine bestimmte Funktion, die untrennbar von unseren beruflichen Aufgaben ist. Kein Wunder, dass es uns nicht in den Sinn kommt wir stünden unter Stress. Für den Gedanken bleibt keine Zeit.

Weil wir im Zuge unseres täglichen Lebens so viele verschiedene Aufgaben zu erledigen haben, bietet es sich an die uns nötige Stressbewältigung als festen Bestandteil mit in unseren Alltag einzubauen. An diesem Punkt kommen meine geliebten Entspannungskugeln (oder auch Qigongkugeln genannt) ins Spiel.

Entspannungskugeln

"Der Name Qigong setzt sich dabei zusammen aus dem Wort Qi, die Lebensenergie, deren Zirkulation im Körper mit Gesundheit gleichzusetzen ist und dem Wort Gong, welches eine Technik zur Kultivierung dieser persönlichen Lebensenergie bezeichnet.” - Wiki

Entspannungskugeln

Sie haben keine magischen Fähigkeiten und sind auch nicht gefüllt mit Nootropika. Entspannungskugeln sind nichts weiter als emaillierte Metallkugeln, in dessen Inneren sich eine kleine Klangspirale und ein sehr kleiner Ball befindet. Beim Bewegen dieser Kugeln entstehen Geräusche. Die bekanntesten Anwendungsweisen für solche Kugeln haben hauptsächlich mit dem Drehen in der Handinnenfläche zu tun. Dabei können sich beide Kugeln berühren und als Koordinationsübung und Kraftaufbau-Übung dienen. Es können aber auch beide Kugeln in der Handfläche umeinander gedreht werden ohne dass sie sich berühren. Zweiteres verlangt weitaus mehr Koordination und Konzentration ab.
In Sichtweite platziert, am besten direkt auf dem Schreibtisch neben dem Monitor oder Telefon, geben sie einen Anreiz uns aktiv mit Stressabbau zu beschäftigen. Sie erinnern uns daran in die Hand genommen zu werden und wirken als entspannender Pol. Sobald man sich im Stuhl zurücklehnt und für nur ein paar Minuten andächtig die Qigongkugeln in der Handfläche dreht, entsteht eine gedankliche Ruhe. Menschen, die leicht in die Tagträumerei verfallen können, wissen diese Art des “Abdriftens” zu schätzen.

Die Kugeln mit dem Design der niedlichen Sonnenblumen sind eine super Geschenkidee. Finden tut man sie für nicht ganz 10€ auf Amazon:

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Stress in Jugend und Familie – Erwachsen werden ist Stress

Weg Stress Jugend

Adolescent coping is not simply a matter of knowing what to do. It involves a ‘flexible orchestration of cognitive social, and behavioral skills in dealing with situations that contain elements of ambiguity, unpredictability, and stress’” (Bandura, 1981, p.99) - Patterson & McCubbin, 1987.

Eine sich aufhaltslos anschleichende Entwicklung von einem Kind zu einem jugendlichen Menschen und die sich daran anschließende umfangreiche Entwicklung von einem jugendlichen Menschen zu einem Erwachsenen ist alles andere als leicht. Die meisten Eltern mit volljährigen Kindern werden dem zustimmen.

Neben den sich oft auffällig manifestierenden körperlichen/biologischen Veränderungen haben jugendliche Personen eine immense Anzahl an komplexen sozialen (fremde und eigene Erwartungen erfüllen, Freunde suchen und halten, Freundin anlachen etc.) und kognitiven (komplexere Denkstrukturen aneignen, Lebenserfahrungen machen und selektieren etc.) Problemen zu lösen.

kopfvoll - empathie

Die mit dem Erwachsenen-Dasein assoziierten Aufgaben bedeuten vor Allem für die noch unerfahrenen Jugendlichen ein besonders stressiges Spektrum an Verhaltensänderungen, Meinungsfindung, Persönlichkeitsentwicklung und dergleichen. Noch halb unter Welpenschutz wollen pubertierende Jungen und Mädchen ernst genommen werden und gleichzeitig die Vorzüge, die ihnen durch die Obhut ihrer Erzeuger und Erzieher gegeben wird, genießen. Die vielfältigen sich auftuenden Probleme im Übergang von “jugendlich zu “erwachsen” werden, wie es auch bei vollständig erwachsenen Menschen funktioniert, mit gewissen Problemlösungs- und Umgangsstrategien gelöst.

Einen Umgang finden oder ein Problem lösen zu wollen bedeutet gleichzeitig kognitive Lösungsstrategien und Verhaltensanpassungen zu üben und bei Gutheißung anzuwenden (Tyler, 1978). Jugendliche rutschen dabei in den Fokus, da sie, gegenüber älteren Menschen, zum ersten Mal mit den meisten dieser Probleme konfrontiert werden. Sie hatten keinerlei Möglichkeit für sich zu entscheiden, welche Strategien in welchn Sitationen die besten Erfolge bieten. Sie wissen oft nicht einmal, ob sie überhaupt eine Möglichkeit haben ein bestimmtes “Erwachsenenproblem” lösen zu können. Dass es dabei auch zu gefährlichen Situationen kommen kann, wird jedem klar sein, der eine jugendliche Person einst beim S-Bahn-Surfen, Drogenkonsum oder riskanten Sexualpraktiken beobachten durfte. Grund dafür ist, wie soeben angesprochen, die fehlende Erfahrung im Umgang mit Strategien, welche sich erwachsene Menschen über viele Jahre aneignen konnten. Auf der anderen Seite paart sich der Zustand fehlender selbstbekömlicher und gesunder Strategien mit der scheinbar endlosen Lebensenergie, die viele junge Menschen an den Tag legen (Konopka, 1980). Bei fehlender äußerer Supervision durch Eltern, Erzieher, Lehrer und andere wichtige Bezugspersonen, besteht ein hohes Risiko dafür, dass sich in der Jugend angeeignete Umgangsstrategien festigen und sich bis in das Erwachsenenalter in riskanten Entscheidungen und Verhaltensweisen manifestieren (Valliant, 1977).

Sich gesund entwickelnde Individuen kümmern sich hauptsächlich um den Erhalt ihrer natürlichen Homöostase. Homöostase ist der Zustand unseres Körpers, den er einnimmt, wenn seine Bedürfnisse befriedigt sind. Wer hungert, erhält durch den in seinem Körper steigenden Ghrelinspiegel das Signal er müsse Nahrung zu sich nehmen. Wer Schmerz empfindet wird möglichst zeitnah dafür Sorge tragen müssen diesen Schmerz zu lindern oder im besten Fall zu eliminieren. Ähnlich verhält es sich im Umgang mit Stress.

Das Gleichgewicht kann innerhalb einer Zelle, eines Organs oder über einen Organismus aufrechterhalten werden. Die zu erhaltende Eigenschaft kann anatomisch, chemisch, physikalisch oder mathematisch (Zellanzahl) sein. In der Physiologie ist der Begriff der Homöostase als Konstanterhaltung eines inneren Milieus (Soll-Zustand) definiert, der durch Regelung zustande kommt.[2] Ein Beispiel dafür ist die Homöostase des Gehirns, die durch die Blut-Hirn-Schranke aufrechterhalten wird.” - Wikipedia, 2016.

Jugendliche werden, wenn sie Stress vermeiden wollen und sich dennoch in ihrer natürlichen Umgebung zu einem möglichst gehaltvollen Menschen entwickeln möchten, Ansprüche aus der Welt schaffen oder wenigstens verringern. Ansprüche bedeuten in diesem Kontext alle Umstände und Situationen, die den natürlichen Entwicklungsprozess der Jugendlichen verlangsamen oder hindern. Dabei spielen die sozialen Umstände innerhalb der Familie, der Freundeskreis, die genetische Veranlagung und unzählbar viele andere Faktoren eine wichtige Rolle. Das Abwägen einer sich entwickelnden Person bezüglich ihrer Offenheit gegenüber der Eltern ist eine beispielhafte Darstellung für einen Anspruch, der an sie gestellt wird. Muss die Mutter wissen, wen ihre ach so kleine Tochter trifft? Soll der Vater seinen Sohnemann wirklich von der Feier abholen und die Selbständigkeit seines heranwachsenden Nachkömmlings für die umstehenden Personen in Frage stellen? Dabei ist eine Autofahrt viel gemütlicher als die Bahn. Darüber hinaus können einige Ansprüche umstrukturiert, bzw. Umdefiniert, werden, um sie leichter lösen zu können. Ebenfalls ist es möglich sich neue Strategien und Fertigkeiten anzueignen, die dabei helfen sich den aufkommenden Problemen besser stellen zu können. Die wohl bekannteste Fertigkeit, die sich eine jugendliche Person aneignen wird, um das Problem der fehlenden Mobilität zu lösen, ist das Autofahren.

Angelehnt an die “family stress theory” (Familien Stress Theorie) ist es nicht unüblich zu beobachten, wie Familienmitglieder und deren Dynamik untereinander sich in stressvollen Situationen gut weiterentwickeln. Andere Familien und deren Dynamiken werden sich  innerhalb stressiger Belastungssituationen zum Negativen entwickeln, bzw. deren Entwicklungsvorgang beenden oder pausieren. Eine solche Beobachtung zeichnet demnach verschiedene Umgangsformen innerhalb Familienkonstellationen ab. Einige Familien werden sich in Notsituationen, welche stark durch Stress geprägt sind (Armut, Obdachlosigkeit, örtliche Distanz etc), durch Vorwürfe, Anschuldigungen, Unwissenheit im Umgang untereinander etc. zerstreiten und keine Weiterentwicklung in deren sozialer Dynamik erfahren. Andere Familien hingegen werden sich in gleichen Situationen “zusammenraufen”, sich inniger lieben lernen, Fehler im Lebenskontext suchen und äußere Faktoren in der Problemlösung mit einbeziehen. Sie werden sich sicherlich nicht durch unbegründete Vorwürfe und Beschuldigungen voneinander distanzieren und dem Familienzusammenhalt schaden.

Families also develop strengths and capabilities to enhance the development of individual members and to protect the family unit from major disruption during times of transition and change…” - Becket, 2000.

kopfvoll - empathie

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Emotionale Reaktionen und Musik

Musik und Emotionen

Musik wird, spätestens seit Zeiten der alten Griechen, mit Gefühlen verbunden. Emotionen spüren, sich dem hingeben, was in uns brodelt und nicht zuletzt sich selbst ein stück weit besser verstehen, ist wichtiger Teil musikalischer Wahrnehmung. Aber wie nehmen wir Musik wahr? Wie kommen wir dazu zutiefst berührt zu sein, wenn die letzte akustische Schwingung den Raum verlässt und wir konfrontiert sind mit der geballten Leere als Abschluss einer emotionalen Achterbahnfahrt?

 

 

Bis Tränen fließen oder wir lautstark vor Freude lachen.

 

Menschen nutzen Musik um ihre Gefühle zu beeinflussen. Emotionen erzeugen, die momentane Emotion möglichst schnell abändern in eine andere und sich selbst beruhigen, Stress abbauen oder in feierlaune bringen, sind nur grobe Beispiele dessen, was Musik in seiner praktischen Anwendung leisten kann.

Auch wenn es wenige Menschen gibt, denen Musik als emotionaler Richtungsweiser keinerlei Nutzen bringt, sind die meisten unter uns bewusst und unbewusst stark durch musikalische Einflüsse geprägt. Die Wissenschaft, insbesondere die Psychologie der Musik, weiß auf einige Fragen und Phänomene dieser Art Antworten zu geben. Vieles in der Thematik unserer audiovisuellen Wahrnehmung ("Warum erzeugt bereits das Intro zu Stairway to Heaven bei vielen eine Gänsehaut?", "Wie kann es sein, dass Menschen Dubstep genießen?", "Wieso verstehen wir in unseren westlichen Kulturkreisen ungerade Taktarten nur schwer?") ist uns jedoch weitestgehend ein Rätsel.

Es ist, bei der Wahrnehmung von Emotionen, erzeugt durch musikalische Darbietung, wichtig zu unterscheiden, ob eine Emotion nur erkannt oder tatsächlich gefühlt wird. Viele Musikstücke tendieren dazu dem Zuhörer eine gewisse emotionale Grundhaltung aufzuerlegen. Nichtsdestotrotz kann eine Gefühlsebene (aggressiv, liebevoll, aufgeregt, ruhig etc.) nicht nur erkannt und nachvollzogen, aber auch internalisiert und von einem selbst aus erzeugt und erlebt werden.

Beispiel:
Höre ich mir "Stumble then rise on some awkward morning" (A Silver Mount Zion) an, dann ist relativ offensichtlich wie ich mich fühlen werde. 

Doch auch hier ist zu unterscheiden zwischen der alleinigen Erkennung der durch die Musik übertragenen Emotionen und dem tatsächlich von mir aus erzeugtem Gefühl der z.B. Hilflosigkeit, Angst, Einsamkeit, Hoffnung etc. Sicherlich gehen beide Phänomene Hand in Hand. Es braucht eine Art Auslöser, um den "Motor" der Emotion in Fahrt zu bringen, so wie es ein trauriges Ereignis braucht, um tatsächlich Trauer empfinden zu können. Sobald diese Anregung passiert ist, dient die musikalische Darstellung als Katalysator, der das eigene Denken, die Gefühle und Erinnerungen antreibt und uns eine unter Umständen tausendfach stärkere Gefühlswahrnehmung bereitet. Bis Tränen fließen oder wir lautstark vor Freude lachen.

Eine interessante Beobachtung ist die inkongruente Wahrnehmung durch Musik erzeugter Emotionen. Es ist demnach nicht selten, dass sich Menschen zur Beruhigung, in aufregenden Lebensphasen, besonders schnelle, aggressive und/oder laute Musik genehmigen. Zarte Klavierstücke hingegen würde diese Sparte Mensch nur weiterhin auf die Palme bringen. Andere dagegen brauchen ruhige Klänge um sich zu beruhigen. Jeder, wie er es braucht.

Musik und Emotionen

Wie werden Emotionen definiert?

Um mit Emotionen arbeiten zu können, müssen wir sie verstehen und definieren. Das Konzept menschlicher Emotionen ist sehr weitläufig und kann unter vielen verschiedenen Gesichtspunkten verstanden werden.

In der Wissenschaft konnt esich soweit geeinigt werden, dass Emotionen stets als ein Affekt verstanden werden kann. Eine Emotion ohne Affekt ist keine reine Emotion. Menschlicher Affekt ist aber weitaus mehr als nur Emotionen. Unter Affekt verstehen wir weiterhin soetwas wie unsere Vorlieben, unsere Stimmung, bestimmte Neigungen und was wir umgangssprachlich als Bauchgefühl definieren. 

Auch wenn sich (noch) nicht auf eine allgemeingültige Definition von Emotionen geeinigt werden konnte (und wahrscheinlich niemals wird), wissen wir die Terminologie halbwegs einheitlich zu nutzen. Emotionen werden verstanden als zeitlich begrenzt anhaltende Gefühlsregungen, welche einige Minuten, aber auch mehrere Stunden, anhalten können. Es sind intensive Reaktionen auf für das eigene Leben direkt oder indirekt potentiell wichtige Ereignisse. Darüber hinaus erzeugen auch Änderungen in der eigenen Umwelt emotionale Reaktionen. Solche Änderungen müssen nicht immer nur von außen kommen. Innere Veränderungen, im Sinne von Erkenntnissen oder Selbstreflektion, kann eine intensive Emotion hervorrufen. Beispiele für solch umweltbedingte Einflüsse und Änderungen können extrem vielseitig sein, beinhalten aber fast immer mehrere der folgenden Bestandteile:

 

  1. kognitive Einschätzung (etwas wird als gefährlich wahrgenommen/etwas wird als sehr vertrauenswürdig eingeschätzt)
  2. subjektive Wahrnehmung (ein komisches Bauchgefühl/"Ich fühle mich gut bei der Sache, weiß aber nicht so recht weshalb")
  3. körperliche (physiologische) Reaktionen (mit Steigerung der Herzfrequenz wird unserem Hirn vermittelt, dass eine Gefahr droht oder ein extrem freudiger und aufregender Zustand eintritt)
  4. Ausdruck (schreien/flüstern)
  5. Handeln (wegrennen/annähern; Flüchten/Kämpfen)
  6. Regulierung (beruhigen/aufregen)

 

Solche Komponenten können in wissenschaftlichen Untersuchungen dazu genutzt werden emotionale Zustände zu messen und einzuschätzen. Ein wichtiger Punkt dabei ist das Verständnis Emotionen von Gefühlen unterscheiden zu können. Emotionen werden üblicherweise gehandelt als intensive Reaktion auf einen gewissen (definierbaren) Auslöser. Gefühlszustände dagegen brauchen nicht zwingend einen direkten Auslöser und können über einen weitaus längeren Zeitraum empfunden werden.

Wie werden Emotionen gemessen?

Wenn wir über Emotionen in Musik sprechen, müssen wir eine Möglichkeit haben auch tatsächlich nachprüfen zu können, was wer wann fühlt.

Erzeugt Musik Emotionen? Welche Emotionen erzeugen verschiedene Arten von Musik? In welchen Situationen werden Emotionen besonders stark durch Musik hervorgerufen? Sind durch Musik erzeugte Emotionen in ihrer Art anders als Emotionen, die durch andere Auslöser, wie zum Beispiel ein Gedicht oder eine Geschichte, erzeugt werden? Kann Musik vielleicht sogar gesundheitliche Vorteile mit sich bringen?

All das sind Fragen, die sich viele Musiker und besonders Wissenschaftler seit geraumer Zeit stellen. 

Seit den späten 90er Jahren werden verschiedenste methodologische Vorgehensweisen genutzt, um wenigstens ein paar dieser Fragen zu beantworten. Es wurden bereits Experimente durchgeführt, in denen die Testkandidaten Musik hören (Waterman, 1996), Umfragen beantworten (Juslin und Laukka, 2004), Tagebücher führen (Sloboda, 2001 - PDF) oder in Interviews Stellung beziehen (DeNora, 2001).

Unter Anbetracht der vielschichtigkeit von menschlichen Emotionen ist über die Jahre deutlich geworden, dass verschiedenste Messungen kombiniert am aussagekräftigsten sein können. So könnte man im experimentellen Kontext einer Studie neben den geläufigen physiologischen Messungen (Herzfrequenz, elektrodermale Aktivität, Körpertemperatur etc.) Aussagen der Partizipanten und Verhaltensbeobachtungen kombinieren und somit ein stärker aussagefähiges Gesamtbild konstituieren. 

Eines der größten Probleme bei solchen Vorgehensweisen ist die fehlende Natürlichkeit der Situation. Simpel ausgedrückt wird sich niemand freiwillig in ein enges Labor setzen, sich mit einem EEG-Gerät verkabeln lassen, um den himmlischen Klängen eines David Gilmoure Gitarrensolos hinzugeben. Eine experimentelle Laborsituation ist nämlich genau das, was es ist...eine Situation im Labor. Künstlich erzeugt unter den besten Umständen, um Messungen möglichst kontrolliert und ohne große Fremdeinflüsse vornehmen zu können.

Völlig anders sieht es bei natürlichen Alltagssituationen aus. Die Anzahl an nicht zu beeinflussenden Variablen im alltäglichen Leben macht es einer kontrollierten Messung feinster körperlicher und kognitiver Reaktionen fast unmöglich. 

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3 Wege Durch Einen Effektiven Tag

3 Wege durch einen effektiven Tag

3 Wege Durch Einen Effektiven Tag

Mit Apps Als Hilfe

1. Weniger Blaulicht durch Monitore am Abend

Wir alle legen viel Wert auf erholsamen Schlaf jede Nacht. Nichts widerstrebt uns so sehr wie ein unerholtes Aufwachen, geplagt von einem geschwollenen Gesicht und weichen Knien. Gleichermaßen viel Wert legen wir jedoch auch auf konstante Erreichbarkeit, einen besseren Highscore in FarmVille und auf die neuesten lokalpolitischen Ereignisse.
 
Viel Zeit vor dem Monitor bedeutet viel helles Licht vor dem Gesicht. Stundenlanges Lesen im Bett kann damit von einer entspannenden und erholsamen Unternehmung zu einem aufputschenden Erlebnis werden. Schränkt man die Emission von blauem Licht ein, so minimiert sich der weckende Effekt auf das eigene Gemüt enorm.
 
Bis ca. 3h vor dem Schlafengehen sollte man die Helligkeit, sowie den blauen Anteil des ausgehenden Lichts seiner Geräte verringern. Mit dafür entwickelten App lässt sich im Handumdrehen eistellen, wann und wie sich das Display in Sachen Helligkeit und Lichtspektrum verändern soll.
 
Das bekannteste solcher Programme für Mac und PC, sowie iOS und Android, ist f.lux.
Andere Alternativen für Android und iOS sind folgende.
 
Beste Apps für weniger Blaulicht (Android):
 
 
 
Beste Apps für weniger Blaulicht (iOS):
 
  • CF.lumen
  • (ab iOS 9 nativ eingebettet in den Einstellungen)
 
Smartphone, Tablet und Computer können somit auch zu später Abendstunde benutzt werden. Trotz später Exceltabellen wird der Körper nicht daran gehindert Melatonin auszuschütten. Einige der verfügbaren Apps richten den Tag/Nacht-Wandel nach den örtlichen Sonnenauf- und Untergängen der Benutzer.
 
Körper und Geist werden dadurch auf einen natürlichen Schlaf- und Wachzyklus, abhängig von dem tatsächlich verfügbaren natürlichen Licht, getrimmt. Der negativer Einfluss auf die
Cirkadiane Rhythmik, in Form von "tired but not sleepy", wird damit minimiert.
 
Weitere Quellen zu Schlafstörungen, Lichttherapie, Schlafhygiene und Melatonin gibt es auf Circadiansleepdisorders.org (auf Englisch).
 
 

2. Powernaps in Pausen

Kurzzeitige Schlafintervalle nach körperlich und/oder geistig anstrengenden Arbeitsphasen
regenerieren den Energiespeicher genug, um vergleichsweise lange danach weiter schuften zu können.
Von individuellen Faktoren abhängig, muss jeder für sich selbst bestimmen, welche Erholungsdauer am besten geeignet ist für die jeweiligen Umstände.
 
Für mich persönlich gilt grob: 10 - 15 Minuten. Nicht länger als 20. Nicht weniger als 5. Wer, anders als ich, länger zum Einschlafen braucht als 12 Sekunden, sollte mehr Zeit dafür einplanen.
Besonders hilfreich dabei, verkünden einige Quellen, sind angeblich entspannende Hintergrundrauschen.
 
Beste Apps für weißes Rauschen (Android):
 
 
Beste Apps für weißes Rauschen für (iOS):
 
 
Weisses Rauschen kaschiert gut Umgebungsgeräusche und führt zu einem subjektiv geringeren störhaften Geräuschpegel. Darüberhinaus sind 432hz Meditationsklänge relativ erfolgreich im Bereich der entspannenden Klänge:
 
 
Über die Validität und Effizienz von musikalischer Bereicherung in einer Stimmung von A=432Hz, anstelle von A=440Hz, ist sich auch die Wissenschaft noch nicht hundertprozentig einig. Für einen guten Einblick in die gröbsten Aspekte bietet sich viel Basisliteratur (englischsprachiges Beispiel).
 
Ein simpler Timer reicht vollkommen aus, um pünktlich wieder zu erwachen. Abhängig von persönlichen Schlafphasen unterscheiden sich die zeitlichen Einstiege in die unterschiedlichen Phasen.
Infografik (Englisch)
 

 

3. Arbeitszeit effektiv einteilen mit Pomodoro

Wichtig bei der Erledigung von geistig anstrengender Arbeit ist die Zeitplanung. Jeder Mensch, ob chronisch überlastet oder generell entspannt, braucht Erholungspausen. Um dem Chaos im Denkenausreichend Möglichkeit zu geben sich zu sortieren, sollten regelmäßig Pausen gemacht und die Art der Arbeitsweise gewechselt werden.
 
Anfängliche hochfokusierte Phasen der Aufmerksamkeit dauern unterschiedlich lang an. Interne, sowie äußere, Faktoren spielen eine große Rolle dabei, wer wann und wie lange seine Aufmerksamkeit behält oder verliert. Es wurde unter Anderem bereits gezeigt, dass die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses einen Einfluss auf den Verlust von Aufmerksamkeit hat. In der Regel kann man von einer natürlichen Tendenz zu 45 minütigen Aufmerksamkeitsspannen, kombiniert mit kurzen Erholungspausen, sprechen.
 
Ein Energieeinbruch nach der Mittagspause hat unter Anderem mit den Hungerhormonen Leptin und Ghrelin zu tun. Vor einer Mahlzeit, wenn das Hungergefühl einsetzt, steigt der Ghrelinspiegel an, während das Level an Leptin
abnimmt. Nach erfolgreicher Nahrungszufuhr steigt der Leptinspiegel wieder an und der Ghrelinspiegel nimmt ab.
 
Zusätzlich zu den Hungerhormonen ist der Energieaufwand für den Prozess der Verdauung, der Zuckerspiegel und andere Neurotransmitter (z.B. Serotonin) dafür verantwortlich, wie Müde wir nach einer Mahlzeit werden.
 
Intervalle von 30-40 minütiger Arbeitsphase, gefolgt von 10-15 minuten Pause, haben sich als effektive und natürliche Arbeitsrhythmen herausgestellt. Nach dem Pomodoro-Technik sollte nach vier durchgängen eine längere Pausenzeit eingelegt werden. In der längeren Pause würde es sich anbieten ein Powernap einzuplanen.
 
Beste Apps für Pomodoro Zeitmanagement (Android):

 

Beste Apps für Pomodoro Zeitmanagement (iOS)

 

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Kraftstoff Für Den Geist – 5 Alltägliche Dinge Helfen Beim Denken

5 Tips helfen Denken

Um deinem Denkapparat auf die Sprünge zu helfen, Ermüdung vorzubeugen und das extra bisschen Leistung aus deinem Hirn zu saugen, folge diesen Tips:

1. Trinke 2 Gläser Wasser unmittelbar nach dem Aufwachen

Nach einer erholsamen Runde Schlaf, bei der dein Körper ca. 8 Stunden lang ohne die Zufuhr von Flüssigkeit auskommen muss, kannst du ihm als erstes Wasser gönnen. Wasser wird im Körper benötigt um Abfallstoffe zu filtern und den Flüssigkeitshaushalt auszubalancieren. Die besagten 2 Gläser Wasser am Morgen sollten einem Flüssigkeitsdefizit entgegenwirken. Abhängig davon, wie viel du nachts schwitzt, darf es ruhig auch etwas mehr sein. Studien haben bereits mehrfach aufgezeigt, wie wichtig eine ausreichende Wasserzufuhr für kognitive Anstrengungen ist [1] [2].

2. Höre stimulierende Hörbücher und Podcasts

Beim Joggen, auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport oder bei einem erholsamen Bad. Ein Hörbuch zu einem interessanten Thema, ein Interview mit einem Wissenschaftler oder eine Kurzgeschichte zur politischen Entwicklung in Kuala Lumpur passt oft zeitlich gut in eine Pause.

Ressourcen zu kostenlosen und frei verfügbaren Audiobooks gibt es viele. Die meistgenannten Anlaufstellen sind zum Beispiel:

  1. TED-Talks
  2. Loyalbooks
  3. LibriVox
  4. archive.org

3. Trinke grünen Tee während der Arbeit

Koffein im Überschuss macht viele Menschen nervös, verwirrt und im schlimmsten Fall zittrig mit Herzrasen. Da es sich mit Koffein leicht übertreiben lässt und die nächste Kanne bereits in der Gemeinschaftsküche brodelt, sollte ab und zu eine Alternative in Erwägung gezogen werden. Dazu eignet sich besonders gut grüner Tee.

Grüner Tee enthält Theanin [3]. Diese Aminosäure erhöht die Alphawellen im Gehirn. Während grüner Tee ein fokusiertes Arbeiten unterstützt, macht er nicht gleichzeitig so nervös und angespannt wie Kaffee.

4. Vermeide Zucker

Zucker sollte in absolut jeder Lebenslage vermieden werden. Es gibt kaum eine Situation, in der die Zufuhr von Zucker absolut nötig ist. Generell enthalten viele Nahrungsmittel von Hause aus eine große Menge Zucker. Besonders in Zeiten mentaler Anstrengung und fokusiertem Arbeiten sollte Zucker in reinform, sowie in Energy-Drinks oder Süßigkeiten unangetastet bleiben.

Es stimmt, dass Zucker für eine sehr kurze Zeit dem Körper Energie bereitstellt. Für wenige Minuten arbeitet er also effizienter und ist Leistungsfähiger. Die Kosten für diesen kurzzeitigen Energieschub ist ein darauffolgender Einbruch aller Energieressourcen. Nach einem "sugarhigh" muss eine vielfach erhöhte Menge Zucker erneut zugefügt werden, um eine ähnlichen Energieschub zu erfahren. Anstelle von minderwertiger Energie, welche später vom Körper sowieso nur in unbeliebtes Körperfett umgewandelt wird, sollten Alternativen wie Eier, Bananen (wobei auch diese viel Fruktose enthalten), Nüsse, Fisch etc. ausprobiert werden.

5. Sportliche Betätigung

Körper und Geist gehen noch vor unserer Geburt eine Symbiose ein. Wenn unser Körper nicht ernährt und gepflegt wird, bricht auch das Denken ein. Neben einer gesunden Ernährung, bzw. die Abstinenz von schlechter Ernährung, ist sportliche Ertüchtigung das Beste, was wir für unsere Überlebensmaschinerie tun können.

Ohne direkt an Marathons oder Dreikämpfe zu denken, lässt sich sportliche Aktivität extrem leicht in die tägliche Routine integrieren. Es muss nicht einmal zwingend eine Mitgliedschaft bei einem Fitnessstudio oder einem Kampfsportverein sein. Ebenso gut kann im eigenen Garten, im Park um die Ecke oder auf dem Abenteuerspielplatz für Kiddies trainiert werden. Wer noch nie auch nur einen Sportschuh anprobiert hat, fängt klein an. Die wichtigsten Richtlinien variieren enorm, sofern man sich die Mühe macht und etwas Zeit in die Recherche steckt.

Grundlegend ist dennoch die angesprochene (gute) Ernährung, ein adäquater Trainingsplan (Zugeschnitten auf persönliche Bedürfnisse), ein eiserner Wille und die routinemäßige Durchführung. Was anfänglich als Zwang wahrgenommen und nur mit bestialischer Überwindungskraft zu meistern ist, fühlt sich nach einigen Wochen bereits an wie naturgegeben. Sport ist besser als Crack und macht mindestens genauso abhängig.


[1] - http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666309005029
[2] - http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666309006394
[3] - https://de.wikipedia.org/wiki/Theanin

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Mobbender Bully

kopfvoll - Folgen von Mobbing

Einleitung 

Das im Deutschen bekannte und verbreitete Wort „Mobbing“ steht äquivalent zu dem Englischsprachigen Wort „Bullying“ (oder „to bully“) und bezeichnet ein wiederkehrendes aggressives Verhalten, ausgehend von einem Aggressor (der Bully), gerichtet an eine schwächere Person (das Opfer). Ein solches Verhalten repräsentiert in fast allen Fällen ein Spiel der Macht und resultiert in verschiedensten, meist negativen, Spätfolgen für alle involvierten Parteien. Mobbing stellt nicht nur für Opfer ein gesundheitliches Risiko dar. Täter, sowie Opfer, begeben sich in die Gefahr nicht nur ungesunde Verarbeitungsstrategien für Stressoren zu entwickeln, sondern weitreichende soziale Entwicklungsdefizite davon zu tragen.

Mobbing existiert in allen Altersgruppen, beschränkt sich also nicht nur auf Schulkinder oder Jugendliche. Trotzdem konzentriert sich die Wissenschaft, besonders die Verhaltensforschung, hauptsächlich auf Personen rund um das Alter der Pubertät. Das Machtspiel „Bullying“, bzw. „Mobbing“ hat, wie soeben erwähnt, eine ungleiche Machtverteilung zwischen dem Mobber und dem Gemobbten als Ausgangsposition. Daraus folgt, dass jede zwischenmenschliche Interaktion in der eine ungleiche Machtverteilung in einem gewissen Bezug der momentanen Situation steht, sich als potenzielles Mobbing-Szenario entfalten kann.

Wie kommt es also, dass unter bestimmten Umwelteinflüssen gemobbt wird, während in anderen Szenarien ein solches (Fehl)Verhalten nicht an den Tag gelegt wird?

Grundlegend kann aus der Anzahl an durchgeführten Studien zu dem Thema eine Dynamik entnommen werden, die sich auf die Persönlichkeitseigenschaften betroffener Personen bezieht. Als wichtigen Ausgangspunkt sehen wir uns daher den stereotypischen Bully/Mobber und das stereotypische Opfer genauer an.

Ein Bully-Opfer ist laut der Mehrzahl durchgeführter Experimente eine introvertierte, scheue und unsichere Person. Zusätzlich scheinen Opfer erhöhte Depressionstendenzen, eine weniger Selbstbewusste und sensiblere Persönlichkeit zu besitzen [1]. Es ist nicht einmal zwingend erforderlich für ein Bully-Opfer körperlich schwächer als der Aggressor zu sein. Die verschiedenen Arten von Mobbing, auf die wir sogleich zu sprechen kommen, funktionieren nicht ausschließlich über physische Machtverteilung, sondern ebenso über emotionale und relationale Macht. Das für Mobbing eingesetzte Kommunikationsmedium muss daher nicht zwangsläufig die Faust in das Gesicht sein, sondern, so zeigen es Beobachtungen der realen Welt, alle vorstellbaren Arten einer anderen Person häufiger als einmal schaden zuzufügen. Ein Bully selbst kann verschiedenste Persönlichkeitsmerkmale besitzen, zeichnet sich aber oft durch schlechtere psychosoziale Fähigkeiten aus [2]. Darüber hinaus demonstrieren Bullies erhöhtes aggressives Verhalten in alltäglichen (friedlichen) Situationen. Bullies nehmen die interne Familienstruktur in ihrer häuslichen Umgebung weniger als einen dichten Zusammenschluss wahr und erleben mehr Feindseligkeit und Desorganisation [3]. Auch elterliche Überwachung scheint ein wichtiger Faktor zu sein bei der Analyse von Bullies gegenüber nicht-Bullies. So tendieren Kinder aus familiären Situationen mit inkongruenten disziplinarischen Verhaltensmustern und stark schwankender Überwachung von Seiten der Eltern zu Mobbing [4]. Besonders interessant ist die Tatsache, dass Jungen, welche häuslicher Gewalt ausgesetzt sind/waren, weitaus öfter zu Mobbingverhalten tendieren als Jungen, dessen Elternhaus ihnen mit Respekt und ohne Gewalt entgegentritt [5]. Schüler, von denen Mobbing ausgeht, sind weniger beliebt bei ihren Lehrern und mögen schulische Aktivitäten weitaus weniger [6].

Viele der genannten Beobachtungen treffen nicht nur auf Bullies und Bully-Opfer zu, sondern auch auf viele involvierte Personen, die keine klare Position in der Täter-Opfer Dynamik einnehmen. Oftmals sind (oder werden) Mobbing-Opfer selbst zu Tätern und Täter werden zu Opfern. Sogar außenstehende Beobachter sind Teil des Gesamten und tragen zu der Auflösung oder, im schlimmsten Fall, zu der Fortführung von Bullying bei.

Die Arten

kopfvoll - mobbing

Stopbullying.gov, die offizielle US-Amerikanische anti-Mobbing-Website, informiert über drei verschiedene Arten von Bullying/Mobbing:

  1. Verbales Mobbing
  2. Soziales Mobbing
  3. Physikalisches Mobbing

Die Vielfältigkeit von Mobbing-Verhalten nimmt sich also Sprache (Beleidigung, Hänselei, Stichelei, Bedrohung etc.), zwischenmenschliche Beziehungen im sozialen Raum (Jemanden ignorieren, Personen manipulieren, Bloßstellung, Verbreiten von unwahren Gerüchten etc.) und körperliche Macht und Aggressionen (Treten, Schlagen, Eigentum zerstören, Stinkefinger zeigen etc.) als Mittel zur Überbringung zu Hilfe.

Wissenschaftliche Studien hantieren in den meisten Fällen mit den gleichen drei Arten von Mobbing, geben ihnen dennoch in vielen Fällen andere Namen. So wird zum Beispiel soziales Mobbing als relationales Mobbing beschrieben. Im Endeffekt ist es unwichtig, welcher Art von Mobbing wir welchen Namen zuordnen. Wichtig ist ausschließlich, dass wir Mobbing erkennen und korrekte Vorkehrungen zur Prophylaxe, bzw. richtige Schritte zur Vermeidung, einleiten.
Eine besonders moderne und, aufgrund seiner Anonymität verheerende, Form von Bullying beobachten wir in der virtuellen Welt des Internets. Es trägt den Namen Cyberbullying.

Die heutige Omnipotenz virtueller Inhalte in industrialisierten Nationen führt bei Jugendlichen zu einer konstanten Verbindung mit der Außenwelt. Die einzige Aktivität, die Jugendlichen mehr Zeit stiehlt als Webinhalte ist Schlaf.
Statistiken aus dem Jahre 2010 verdeutlichen die Internetnutzung von 8 jährigen bis 18 jährigen Kindern und Jugendlichen. Demnach sind sie 7 Tage in der Woche, täglich für 7,5 Stunden online [7]. 40 Prozent besucht täglich ein soziales Netzwerk und verbringt dort mindestens eine Stunde Zeit. Über 60 Prozent nutzt das Internet täglich für persönliche Entspannung. Hinzu kommt die dramatische Verbreitung von Internetfähigen Mobiltelefonen, dessen Handlichkeit die Internetnutzung für jegliche alltägliche Situation im Leben offen hält.

Betrachtet als reines Kommunikationsmedium, ist das Internet allen anderen bisher dagewesenen Medien überlegen. Es ist schneller, umfangreicher, einfacher zu bedienen und damit um ein vielfaches Effektiver als Printmedien, Telefonie, Fernsehen etc. Leider schwimmen in der Flut unzählbarer Informationen mindestens genauso viele geistesgestörte Inhalte und absurde Lebenspraktiken, wie nutzbare und bereichernde Daten.

Wer nutzt die im Internet und die im nicht-virtuellen Leben vorhandenen Medien und Informationen als Katalysator für destruktives Verhalten wie Mobbing?

Die Zahlen

kopfvoll - bullying

Damit sich jeder selbst ein Bild über die Ernsthaftigkeit von Mobbingverhalten in verschiedenen Altersgruppen machen kann, sollten wir ein paar Zahlen zusammentragen. Ob Bullying/Mobbing ein ernst zu nehmendes und weit verbreitetes Problem darstellt oder nur ein weiteres Medienphänomen ist, durch das wir in Angst und Sorgen versetzt werden, ist am besten aus persönlichen Berichten und groß angelegten Umfragen zu erkennen.

Die Zahlen in der Literatur zu dem Thema variieren extrem stark. Abhängig von der Methodologie der Untersuchungen, sowie der demografischen Eigenschaften der Befragten, kommen verschiedenste Zahlen zustande. Due und Kollegen (2005) finden extrem niedrige Mobbingraten bei Mädchen in Schweden (6%) und erstaunlich hohe Werte bei Jungen in Litauen (41%). US-Amerikanische Studien zeigen Werte zwischen 10% und 30% auf [9]. In einem anderen Beispiel wurden 15000 Kinder zwischen 6 Jahren bis 10 Jahren befragt [10]. 13% der Befragten wurden als Bullies identifiziert, 11% als Opfer und 6% als Täter und opfer.

Wang, Iannotti und Nansel (2009) untersuchten die beliebtesten Arten von Bullyverhalten und kamen zu dem Ergebnis, dass 21 Prozent der befragten Teilnehmer aus den Schulklassen 6 bis 10 (US) involviert sind in physikalischem Bullying, 54 Prozent in verbalem Bullying und 51 Prozent in sozialem Bullying.

Im Großen und Ganzen scheinen Männer öfter involviert zu sein in Mobbing als Frauen und nutzen überwiegend direkte Bullying-Strategien, wie zum Beispiel physikalische Überlegenheit und verbales Mobbing [12]. Dabei sollte angemerkt werden, dass Frauen mehr zu relationaler, also zwischenmenschlicher und indirekter, Aggression tendieren, demnach oft im Schutze der Anonymität agieren. Es ist also denkbar, dass Frauen seltener als Bully erkannt werden, Opfer von relationalem/sozialem Bullying seltener Hilfe aufsuchen und Aggressoren unerkannt bleiben, bzw. erkannt werden, aber anonym bleiben.

Für den Bereich Cyberbullying gibt es bis dato wenig aufschlussreiche Zahlen. Patchin und Hinduja (2006) dokumentieren eine Prävalenz von 6 Prozent bis 20 Prozent, mit mehr Frauen (22%) als Opfer Männer (11%). Weiße Personen erleben scheinbar mehr Cyberbullying (19%) als schwarze Personen (9%), wobei solch einem Fund besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Es gibt womöglich keine inhärenten Unterschiede mit Bezug zur Internetnutzung zwischen schwarzen und weißen Menschen. Viel mehr kann es sein, dass beide Typen Mensch unterschiedliche Auffassungen haben von Mobbing oder dass die unterschwellige Diskriminierung von farbigen Menschen (ja, so etwas gibt es noch immer) dazu führt, dass sie sich eine andere Wahrnehmung von zwischenmenschlich-destruktivem Verhalten angeeignet haben. Viele solcher Faktoren gehören berücksichtigt, um ein genaues Bild von Internet-Mobbing bezüglich Menschen verschiedener Kulturen zu zeichnen.

Die Folgen

kopfvoll - Folgen von Mobbing

Bei den Folgen von Mobbing, sein es die der Opfer oder die der Täter oder beider, ist ein offensichtlicher Trend zu beobachten.

Die mentale Gesundheit von Opfern scheint systematisch zerlegt zu werden durch anhaltende Gräuel und die stets begleitende Furcht vor dem nächsten Vorfall. Opfer finden sich nicht wieder in isolierten Instanzen von körperlicher oder geistiger Gewalt, sondern bekommen ein Grundrauschen an Angst zugetragen, mit denen sie ihr alltägliches Leben meistern müssen. Besonders schädlich ist, zusätzlich zu intensiven Phasen direkter Gewalt, das andauernde Gefühl der Hilflosigkeit. „Jeden Moment ist es wieder soweit.“

Zwischen Tätern, sowie Opfern, und körperlicher Gesundheit sind direkte Zusammenhänge zu beobachten. Demnach befinden sich Täter- und Opfer von Bullying, bzw. Mobbing, in schlechterer körperlicher und geistiger Gesundheit [14]. In Bullying involvierte Personen beschreiben erhöhte depressive Symptome [15], wobei Frauen generell stärker von solchen Symptomen betroffen zu sein scheine als Männer [16].

Studien zu Kindern in Opferrollen von Bullying verdeutlichen negative Folgen im schulischen Kontext. Kinder, die regelmäßig in die Opferrolle von Mobbing fallen, sind sieben Mal wahrscheinlicher depressiv als Kinder, die nur selten als Opfer auserwählt werden. Seltener als Opfer gewählte Kinder sind zwei bis drei Mal wahrscheinlicher depressiv als Kinder, die nicht Opfer von Mobbing werden [17].

Es ist wichtig auch an dieser Stelle den Fokus auf die Diskussion zu Kausalität und Korrelation zu richten. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Kinder bereits vor dem Tag, an dem sie zum ersten Mal als Bully-Opfer ausgewählt wurden, körperliche und kognitive Tendenzen in Richtung depressiver Symptomatik aufwiesen. Wie zuvor erwähnt, werden besonders körperlich schwächere, mental ruhige und autoritativ unterlegene Menschen als Opfer auserkoren. Die teils angeborene, teils angeeignete, Persönlichkeitsstruktur trägt enorm dazu bei, ob eine Person als Opfer taugt oder lieber in Ruhe gelassen werden sollte, bzw. als Bully andere Menschen belastet.

Schwächere werden gemobbt und werden dadurch noch mehr geschwächt. Dabei ist es offensichtlich, dass solch ein giftiges Lebensumfeld der eigenen Psyche regelmäßig ein Bein in ihrer sensiblen und langwierigen (gesunden) Entwicklung stellt.

Die traurigste aller Wahrheiten in dieser Thematik sind gesundheitliche Spätfolgen von frühkindlichem Mobbing. Jordanova et al. (2007) legt die Tatsache offen, dass Mobbing/Bullying sehr oft Langzeitschädigungen bei Betroffenen mit sich führt, welche weit in das Erwachsenenalter reichen, bzw. ein Leben lang als ständiger Begleiter agiert. Psychische Belastungen, resultierend aus Mobbing, führen nicht selten zu der Idealisierung des eigenen Ablebens und tragen womöglich zur Suizidrate von Jugendlichen bei. Eine enorme Anzahl an Studien zu dieser Thematik verdeutlicht, dass gemobbte Kinder, Jugendliche und Erwachsene weitaus öfter an Suizid denken als nicht gemobbte und auch öfter den Suizid probieren oder gar erfolgreich damit sind.


Vielen Dank.

kopfvoll

 

Quellen:

[1] - Haynie, D. L., Nansel, T., Eitel, P., Crump, A.D., Saylor, K., Yu, K., & Simons-Morton, B. (2001). Bullies, victims, and bully/victims: Distinct groups of  at-risk youth. The Journal of Early Adolescence, 21(1), 29-49.

[2] - Bowers, L., Smith, P. K., & Binney, V.(1992).Cohesion and Power in the Families of Children Involved in Bully/Victim Problems at School. Journal of Family Therapy, 14(4), 371-387.

[3] - Oliver, R., Oaks, I. N., & Hoover, J. H. (1994).Family Issues and Interventions in Bully and Victim Relationships.School Counselor,41(3), 199-202.

[4] - Schwartz, D., Dodge, K. A., Pettit, G. S., & Bates, J. E. (1997).The Early Socialization of Aggressive Victims of Bullying. Child Development, 68 (4): 665-75.

[5] - Harachi, T. W., Catalano, R. F., & Hawkins, J. D. (1999). “United States.” In The Nature of School Bullying: A Cross-National Perspective, edited by Peter K. Smith, Yohji Morita, JosineJunger-Tas, Dan Olweus, Richard Catalano, and Philip Slee, 279-295. London and New York: Routledge.

[6] - Rigby, K., & Slee, P. T. (1991).Dimensions of Interpersonal Relation among Australian Children and Implications for Psychological Well-Being.The Journal of Social Psychology 133 (1), 33-42.

[7] - Rideout, V. J., Foehr, U. G., & Roberts, D. F. (2010). Generation M2: Media in the Lives of 8 to 18 Year Olds. Washington DC: Kaiser Family Foundation.

[8] - Due, P., Holstein, B. E., Lynch, J., Diderichsen, F., Gabhain, S. N., Scheidt, P., & Currie, C. (2005). Bullying and symptoms among school-aged children: international comparative cross sectional Study in 28 countries. The European Journal Of Public Health, 15(2), 128-132.

[9] - Robers, S., Zhang, J., & Truman, J.(2012). Indicators of School Crime and Safety. Washington DC:
National Center for Education Statistics, U.S. Department of Education, and Bureau of Justice Statistics, U.S. Department of Justice.

[10] - Nansel, T. R., Overpeck, M., Pilla, R. S., Ruan, W. J.,Simons-Morton, B., & Scheidt, P. (2001). Bullying Behaviors among US Youth: Prevalence and Association with Psychological  Adjustment. Journal of the American Medical Association, 285 (16), 2094-2100.

[11] - Wang, J., Iannotti, R. J., & Nansel, T. R. (2009). School Bullying Among Adolescents in the United States: Physical, Verbal, Relational, and Cyber. Journal of Adolescent Health,45(4), 368-375.

[12] - Baldry, A. C. & Farrington, D. P. (2000). Bullies and Delinquents: Personal Characteristics and Parental Styles. Journal of Community And Applied Social Psychology, 10 (1), 17-31.

[13] - Patchin, J. W., & Hinduja, S. (2006). Bullies Move Beyond the Schoolyard: A Preliminary Look at Cyberbullying. Youth Violence and Juvenile Justice, 4(2), 148-169.

[14] - Arseneault, L., Walsh, E., Trzesniewski, K., Newcombe, R., Caspi, A., & Moffitt, T. E. (2006). Bullying Victimization Uniquely Contributes to Adjustment Problems in Young Children: A Nationally Representative Cohort Study. Pediatrics, 118 (1),130–138.

[15] - Kaltiala-Heino, R., & Fröjd, S.(2011). Correlation Between Bullying and Clinical Depression in Adolescent Patients. Adolescent Health, Medicine, and Therapeutics,2, 37-44.

[16] - Craig, W. M. (1998). The relationship among bullying, victimization, depression, anxiety, and aggression in elementary school children. Personality and individual differences, 24(1), 123-130.

[17] - Klomek, A. B., Marrocco, F., Kleinman, M., Schonfeld, I. S., & Gould, M. S. (2007). Bullying, Depression, and Suicidality in Adolescents. Journal of the American Academy of Child andAdolescent Psychiatry, 46(1), 40-49.

[18] - Jordanova, V., Stewart, R., Goldberg, D., Bebbington, P. E., Brugha, T., Singleton, N., & Meltzer, H. (2007). Age variation in life events and their relationship with common mental disorders in a national survey population. Social psychiatry and psychiatric epidemiology, 42(8), 611-616.

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