Jeder Moment ist der richtige das richtige zu tun. Aber warum sagt der Affe etwas Anderes?

 

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Vielleicht kennt ihr das Phänomen, wenn einem die eigenen Gedanken einen Strich durch die Rechnung machen. Es wird hier gedacht und da gedacht und über alles und jeden Gedacht. Was oft in uns dabei denkt ist nicht das analytische, rationale und hilfreiche planerische Denken. Es ist auch nicht das konstruktiv emotionale Denken. Es ist vielmehr der kleine Affe, der mit aller Macht versucht unserem Monkey-Mind Gehör zu verschaffen.

Mit Monkey Mind meine ich nicht das Gericht aus dem Qing Königreich. Heutzutage ist das Zubereiten und Verzehren von Affenhirn in China übrigens illegal und kann mit Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren bestraft werden. Das wäre dann das monkey brain. Einem monkey brain kann ich leider nicht abhelfen. Man muss mit dem arbeiten, was man mit seinen Genen bekommen hat, nicht wahr?

Das Monkey-Mind, welches ich meine, wird im asiatischen Raum als Begriff genutzt, um unsere stets stattfindenden internen (Selbst)Gespräche zu beschreiben.

Jeder von uns hat einen inneren Kommentator, der in den absurdesten Momenten auf die abgefahrensten Ideen kommt. Das schlimmste dabei ist, dass diese innere Stimme guten Zugang zu unserem Unterbewusstsein hat und ohne weitere Probleme die peinlichsten, traurigsten und unpassendsten Gedanken in unseren Kopf setzt.

Monkey mind:

“is a Buddhist term meaning “unsettled; restless; capricious; whimsical; fanciful; inconstant; confused; indecisive; uncontrollable”.

Angeblich werden wir, die jetzt im Berufsleben angekommene Generation Y und alle, die den Aufstieg und die Verbreitung des Internets mitgemacht haben, täglich mit sieben Mal so vielen Reizen konfrontiert, wie unsere Großeltern. Es ist also kaum verwunderlich, dass wir aus einem Monkey Mind ein Gorilla mind gemacht haben.

Es gibt so unendlich viele Stimuli, auf die wir reagieren können/sollen/wollen. Auf jedes Tonsignal unseres Telefons, auf jede Vibration und auf jedes Blinken, reagieren wir. Wir reagieren besser und schneller als es sich Pavlov mit seinen Hunden je hätte träumen lassen. Der Dopaminkick ist uns einfach (unterbewusst) zu wichtig, alsdass wir darüber hinwegschauen oder -hören könnten und bei unserem Gedanken bleiben, den wir eigentlich verfolgen wollten.

Das Monkey Mind ist dieser unkonzentrierte, zerfahrene, selbs- und fremdtkritisch wertende Zustand, der jedes Mal in den Vordergrund tritt, wenn wir uns nicht mehr auf eine spezifische Sache konzentrieren. In dem Moment, wo wir den Gedanken, den wir soeben hochkonzentriert durchdenken wollten, fallen lassen und unseren Geist wandern lassen, verschafft sich das Monkey Mind Gehör.

Buddhistische Mönche und Menschen, die im Allgemeinen viel meditieren, haben einen Weg gefunden das Monkey Mind stumm zu schalten. FMRI-Studien haben gezeigt, dass oft meditierende Menschen einen veränderten Grundzustand im Denken erreichen können. Wenn sie, im Gegensatz zu nicht meditierenden Menschen, ihre Gedanken laufen lassen, entstehen viel weniger der sich negativ auf unseren Geist auswirkenden Gedanken des Monkey Minds. Dafür haben sie eine grundständige Achtsamkeit, die peinliche Momente aus der Vergangenheit, wertende Vergleiche zu und zwischen anderen Menschen, verletzende Situationen, die man nicht ändern kann etc. weniger wichtig erscheinen lassen.

Wie du den Affen in deinem Kopf trainierst auch mal die Klappe zu halten…


Dustin Jaros
Dustin Jaros

Mein Name ist Dustin Jaros, ich bin Psychologe und arbeite in der psychosozialen Betreuung. Menschen profitieren von meiner Beratung über das Internet (Skype, E-Mail, Spreed) und via Telefon. Damit sind sie oft örtlich unabhängig und können auch ohne viel Aufwand meine Beratung wahrnehmen. Meine Gesprächspartner genießen meine offene, ehrliche und authentische Art. Für Kopfvoll mache ich Fotos, schreibe Texte und kümmere mich um die sozialen Medien (Instagram: @kopfvoll / Facebook: k0pfv0ll).