Du weißt, was du willst

Bevor du weißt, was du willst

 

Täglich treffen wir Entscheidungen. Einige davon mit Leichtigkeit und ohne viel nachzudenken. Einige, wiederum, erfordern große mentale Anstrengung. Erst nach langwierigem Abwägen wird uns offenbart, welche Option wir letztendlich bevorzugen und wählen sollten.

Bei jeder unserer Entscheidungen sind aber nicht nur rationale Fakten wichtig, sondern auch das Bauchgefühl, dass uns eine gewisse Sicherheit gibt nicht falsch Entschieden zu haben. Unsere Liste mit Vor- und Nachteilen bezüglich einer bestimmten Entscheidung, die wir treffen müssen, ist erst abgearbeitet, wenn sie uns dazu bringt uns selbst von der richtigen Wahl überzeugt zu haben.

Doch wann ist eine Entscheidung getroffen? Ab wann haben wir den Moment erreicht, in dem unser Bauchgefühl so stark eine Option bevorzugt, dass wir mit Sicherheit eine Wahl treffen können? Wir möchten nicht, nach dem Treffen einer unserer wichtigen Entscheidungen, von einem Gefühl der Unzufriedenheit und des Bedauerns geplagt werden. Daher ist es für den Erhalt und dem korrekten Einsatz unserer Ressourcen (Geld, Zeit, Energie) wichtig möglichst passgenaue und zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen und nachteilige Alternativen außen vor zu lassen.

Der Moment, der uns die Erleuchtung bringt eine finale Auswahl getroffen zu haben, ist scheinbar bewusst. Wir haben, durch aktives Vergleichen unserer Optionen, wichtige von unwichtigen Merkmalen getrennt und diese hierarchisch Angeordnet. Wir haben unsere Auswahl an Hand der Wichtigkeit dieser Merkmale eingeschränkt und dann, vor unserem geistigen Auge, eine Vorstellung darüber aufgebaut, wie unser Leben zukünftig aussehen wird, würden wir diese bestimmte Entscheidung treffen.

Dieser scheinbar bewusste Prozess hat, so fand, seit 1983, eine große Anzahl an Studien heraus, einen bedeutsamen unbewussten Teil, der dazu beiträgt zu einer Entscheidung zu kommen.

Pioniere dieser Untersuchungen sind Benjamin Libet, Curtis A. Gleason, Elwood W. Wright und Dennis K. Pearl. In ihrer 1983er Studie ist es ihnen gelungen über Messungen der Hirnströme mit Hilfe eines Elektroenzephalografen (EEG) zu verbildlichen, dass Menschen, bevor sie sich bewusst sind eine Entscheidung getroffen zu haben, bereits entschieden haben.

Im Durchschnitt waren 350 Millisekunden, vor dem eigentlichen Zeitpunkt der bewussten Entscheidung der Teilnehmer, Signale im EEG-Muster zu erkennen. Diese Signale verdeutlichen den Moment der Entscheidung, werden aber von Menschen im Entscheidungsprozess nicht bewusst wahrgenommen. Erst nach weiteren mehreren hundert Millisekunden geben wir an, spontan eine Entscheidung getroffen zu haben.

Was genau passiert zu dem Zeitpunkt der unserer bewussten Entscheidung vorausgeht? Wieso haben wir so eine vergleichsweise lange Zeitspanne nötig, um den Prozess der Entscheidung abzuschließen? Entscheiden wir nicht freiwillig und vollständig bewusst?

kopfvoll - Entscheidungen treffen


Artikel:

Dustin Jaros
Dustin Jaros

Mein Name ist Dustin Jaros, ich bin Psychologe und arbeite in der psychosozialen Betreuung. Menschen profitieren von meiner Beratung über das Internet (Skype, E-Mail, Spreed) und via Telefon. Damit sind sie oft örtlich unabhängig und können auch ohne viel Aufwand meine Beratung wahrnehmen. Meine Gesprächspartner genießen meine offene, ehrliche und authentische Art. Für Kopfvoll mache ich Fotos, schreibe Texte und kümmere mich um die sozialen Medien (Instagram: @kopfvoll / Facebook: k0pfv0ll).