Hauptsache Eltern?

In familiären Beziehungen von Eltern zu ihrem Kind gibt es Abweichungen in der Art der Beziehung. Nicht nur zwischen verschiedenen Familien können wir Unterschiede in der Erziehung vorfinden, sondern auch zwischen Mutter und Vater in ihrem Umgang mit dem Kind.

In westlichen Kulturen kümmert sich auch heute noch die Mutter intensiver um die Kleinen [1]. Außerdem verbringen Väter mehr Zeit mit ihren Söhnen als mit ihren Töchtern und Mütter verbringen mehr Zeit mit ihren Töchtern als mit ihren Söhnen [2].

Die Tatsache, dass Mütter im Allgemeinen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen könnte ausschlaggebend dafür sein, dass sie generell mehr über den mentalen Zustand und die Aktivitäten ihrer Kinder bescheid wissen. Väter neigen dazu, im Verhältnis zur aufgebrachten Zeit, mehr mit ihren Kindern zu spielen. Draußen, sowie drinnen, sind Väter in den meisten Familien der Elternteil, der körperlich aktive Spielweisen anregt und sportlich aktiver mit den Kindern umgeht. Mütter, dagegen, neigen zu intellektuelleren Beschäftigungen mit ihren Kindern, wie Lesen, Lehren/Lernen und das Spielen mit Puppen [3].

Im Verlauf der Zeit hat sich die Dynamik in Haushalten stark verändert. Betrachten wir den Zeitraum von 1950, bis hinein in das Millenium, so können wir feststellen, dass Männer und Frauen ihren Partner ca. 5 Jahre später heiraten. Mütter nehmen seltener und kürzere Auszeiten nach der Geburt ihres Kindes und gebähren Kinder ca. 4 Jahre später als damals. Zusätzlich beobachten wir eine starke Zunahme an Scheidungen, gleichgeschlechtlichen Elternteilen und Single-Haushalt-Eltern.

Glücklicherweise interessieren Babies und Kleinkinder solche Fakten recht wenig, solange sie auf eine fürsorglich pflegende Art von ihrem Elternteil oder ihren Elternteilen aufgezogen werden.

Gleichgeschlechtliche Elternpaare sind grundlegend weder ein Vor-, noch ein Nachteil, gegenüber zweigeschlechtlichen Elternpaaren [4] [5]. Kinder aus homosexuellen Haushalten erlernen Geschlechterrollen auf die gleiche Art und Weise und werden, entgegen vielen Erwartungen, nicht öfter in der Schule gemobbt [6]. Dementgegen könnte es sein, dass gerade Kinder aus solchen Familien die wahre Geschlechtergrundlage ihrer Eltern verschweigen, um potenzielem Mobbing aus dem Weg zu gehen.

Wie in allen familiären Konstellationen, ist es einzig und allein wichtig, ob sich alle Familienmitglieder in einem harmonischen und liebevollen Zusammenhalt befinden. Pflichten gegenüber dem Kind werden am besten gleichmäßig aufgeteilt, die Aufgaben im Haushalt zu der Zufriedenheit der gesamten Familie erledigt und das Kind einbezogen in familiäre Angelegenheiten.

Können Eltern ihren Pflichten nachkommen und genießen ein harmonisches Zusammenleben innerhalb der Familie, ist die Wahrscheinlichkeit ein sozial angepasstes, sicher gebundenes Kind in seiner Entwicklung in das Erwachsenensein zu begleiten, sehr viel größer.

Es gibt, bis auf biologisch-altersbedingte Einschränkungen, keine Grundlage zu behaupten, dass junge, zweigeschlechtliche Eltern gleicher Nationalität besser geeignet sind gesunde Kinder auf die Welt zu bringen (und zu erziehen) als andere Elternpaare.


 

[1] – Paternal Involvment With Children: The Impact of Gender Ideologies  [PDF]
[2] – Longitudinal changes in the time parents spend in activities with their adolescent children as a function of child age, pubertal status and gender.
[3] – Reciprocal Negative Affect in Parent-Child Interactions and Children’s Peer Competency
[4] – Children in lesbian and single-parent households: psychosexual and psychiatric appraisal.
[5] – Children of Lesbian and Gay Parents [PDF]
[6] – Adults raised as children in lesbian families.

 


Dustin Jaros
Dustin Jaros

Mein Name ist Dustin Jaros, ich bin Psychologe und arbeite in der psychosozialen Betreuung. Menschen profitieren von meiner Beratung über das Internet (Skype, E-Mail, Spreed) und via Telefon. Damit sind sie oft örtlich unabhängig und können auch ohne viel Aufwand meine Beratung wahrnehmen. Meine Gesprächspartner genießen meine offene, ehrliche und authentische Art. Für Kopfvoll mache ich Fotos, schreibe Texte und kümmere mich um die sozialen Medien (Instagram: @kopfvoll / Facebook: k0pfv0ll).