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"Wahrheit ist es, vor der die Meinung erbleicht."

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Georg Wilhelm Friedrich Hegel

kopfvoll - Wissenschaft

Wissenschaft entsteht durch Fakten

Unter unseren 5 Sinnen (bestreitbar?), gibt es einen, den wir besonders gern zu Rate ziehen, wenn wir uns selbst die Welt erklären möchten. Unsere Fähigkeit zu sehen verdanken wir einer biologischen Apparatur, gut integriert in unsere anatomische Form, die durch die Aufnahme und Auswertung von Lichtsignalen unserer Umgebung zu einem Bild verhilft. Da die Funktionsweise des biologischen Prozesses bereits vollständig aufgeklärt ist und die Regeln der traditionellen Physik, weniger der Quantenphysik, im Bereich der Lichtemission, Übertragung, Reflektion, sowie Brechung verstanden wurden, sollten wir die Situation aus einer anderen Perspektive betrachten.

Die Diskussion um die Subjektivität in der Wissenschaft sollte jeden etwas angehen, der einst in seinem Leben einen Magier hat auftreten sehen und sich ehrlicherweise dabei beobachten konnte, wie er für einen Moment an den Hasen im Hut geglaubt hat.
„Das musst du gesehen haben“ oder „Das glaube ich erst, wenn ich es sehe“  sind beides bekannte Formen einer geläufigen Aussage. Was wir sehen, glauben wir (meistens) auch. Zumindest ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir Zombies und Piraten auf den Straßen entdecken, sehr viel größer, wenn wir zu der Zeit, in der Halloween gefeiert wird, an Orten, in denen man sich verkleidet, nach Zombies und Piraten Ausschau halten. Es wäre unsinnig mit verbundenen Augen im sommerlichen Schwarzwald gleiches zu unternehmen.

Viele Vertreter der Wissenschaft im 17. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert waren der Überzeugung sie könnten nur mit ihren Sinnesorganen bewaffnet ernsthafte Wissenschaft betreiben. Glücklicherweise hat sich dabei herauskristallisiert, dass Messungen, mit speziell für ihren Zweck vorgesehenen Instrumenten, weitaus aussagekräftiger und wertvoller für die spätere Verarbeitung sind. Messinstrumente können bei Verlust nachgebaut, Versuchsaufbauten repliziert und Veränderungen bei der Durchführung sorgfältig eingearbeitet werden. Ein dokumentierter Versuch ist im Regelfall wertvoller als ein nicht-dokumentiertes Resultat.

Ob der Hase aus dem Hut kommt, weil er dort vorher eingeschlafen ist, ist eine Frage der Perspektive. Für ein gutgläubiges Kind, das noch nicht von einem Youtube-Tutorial über den Mechanismus dieses Zaubertricks aufgeklärt wurde, ist es einfach zu glauben, dass ein Magier einen Hasen aus einem Hut zaubern kann. Ebenso wenig absurd scheint es für Millionen von Menschen zu sein Wasser in Wein zu verwandeln.

kopfvoll - Fakten

Analogie Technische Objektivität

Wir tragen Überzeugungen mit uns herum, die wir in langwieriger Kleinstarbeit über unsere bisherige Lebensspane zusammengesucht und miteinander verknüpft haben. Wir trennen uns nur ungern von bekannten Dingen. Am wenigsten gern trennen wir uns von Überzeugungen, die sich bis jetzt bewährt haben und denen wir vertrauen konnten. Gelangt man an einen Punkt, an dem ein alter Weggefährte in der Form einer Überzeugung („Die Erde ist flach“) nicht mehr hilfreich sein kann, so muss man sich von dieser irrtümlichen Überzeugung trennen. Zumindest ist das ein Grundsatz in der Wissenschaft, der rigoros verfolgt werden sollte, wünscht man sich unbeeinflusste, objektivierte Antworten. So sollte auch die alltägliche Laien- und besonders die von der Leyen, -Wissenschaft von wichtigen Grundgedanken geprägt sein.

In einer anderen perfekten Welt führen wir ein physikalisches Experiment durch.

Wir bauen in einem kleinen Raum ein Stativ auf und möchten mit einer darauf befestigten Kamera Fotos von einem grauen Kreis machen. Wir haben, um auf Nummer sicher zu gehen nicht an defektem Equipment zu scheitern, eine Ersatzkamera im Gepäck. Diese Ersatzkamera ist das gleiche Modell wie unsere primäre Kamera.  Sie wurde von der gleichen Firma, zur selben Zeit unter den gleichen Umständen gebaut. In unserer (angenommenen) perfekten Welt wäre es valide zu sagen, diese beiden Kameras sind dasselbe. Beim Testen unseres gesamten Aufbaus bestätigen wir, beide Kameras machen das exakt gleiche selbe Bild.

In solch einer perfekten Welt würden unsere Sinne uns seltener täuschen. Es gäbe keine Abweichungen von Normen. Ein Meter wäre immer der Meter, der er vorher war. Jede Messung eines Objekts wäre absolut objektiv. Weder die Physik, noch die Tagesschau, könnten an der Objektivität einer Messung zweifeln, die in einer Welt vorgenommen wurde, in der Identisches möglich ist. Aufgrund der Tatsache, dass wir nicht in einer Welt leben, in der es ein identisches Replikat von etwas physikalisch existierendem gibt, machen beide Kameras auf unserer Welt zwei verschiedene Fotos. Die feinen Unterschiede sind vielleicht nicht mit dem bloßen Auge zu erkennen. Je weiter man die Bilder vergrößert, desto deutlicher erscheinen Abweichungen zwischen Ihnen.

Wenn wir also davon ausgehen, Wahrnehmung würde uns alle Tore öffnen, um wissenschaftliche (faktische) Kenntnis zu erlangen, würden wir dem gleichen Trugschluss zum Opfer fallen, den der experimentelle Aufbau mit den beiden Kameras verdeutlichen sollte. Keine zwei Menschen sehen, hören, schmecken, riechen oder fühlen dasselbe.

kopfvoll - Instrument

Instrument

Unsere Wahrnehmung ist im Endeffekt ein Mittel, mit dem wir Messungen an der Realität vornehmen und Ergebnisse aufnehmen und auswerten können. Was dabei in wissenschaftlichem Vorgehen stark hervorgehoben wird, ist die Notwendigkeit von Instrumenten, um gemessene Größen einheitlich und standardisiert verarbeiten und objektivieren zu können.

Ein menschlicher Beobachter sieht mit seinen eigenen Augen einen bedeutend größeren Mond am Horizont als darüber. Mit einer Kamera aufgenommene Bilder der gleichen Szenerie lassen den Unterschied jedoch nicht erkennen. Die Kamera als Instrument, um eine bestimmte Art der Messung an der Realität vorzunehmen, hat verdeutlicht, dass der Mond nicht kurz vor Auftreffen auf dem Horizont 30% an Größe zunimmt. Unsere getäuschte Wahrnehmung und die dazugehörige Überzeugung „Der Mond IST auf Höhe des Horizontes größer“ müssen uns als langzeitiger Begleiter verlassen. Ein Ur-Kilogramm dient uns noch heute als Referenz zu dem Konzept „Ein Kilo Kartoffeln!“, wird sich aber auch nach seiner Neudefinition nicht großartig von unserem bisherigen Gebrauch unterscheiden. Es ist ein Instrument und eine Vorgabe, mit Hilfe derer wir uns nicht mit Schätzungen zufrieden geben müssen.

kopfvoll - Zusatz

Zusatz

Ein Baby nimmt zu Beginn seiner/ihrer Mobilität mit Tiefe verbundene Gefahren weniger wahr. Oder aber es nimmt die Gefahr wahr und ist sich seiner/ihrer Konsequenzen nicht bewusst. In jedem Fall krabbeln Babies unbeeindruckt über eine visuelle Klippe, wohingegen sie nach einigen weiteren Wochen Krabbelerfahrung nicht (mehr) darüber krabbeln würden:


Dustin Jaros
Dustin Jaros

Mein Name ist Dustin Jaros, ich bin Psychologe und arbeite in der psychosozialen Betreuung. Menschen profitieren von meiner Beratung über das Internet (Skype, E-Mail, Spreed) und via Telefon. Damit sind sie oft örtlich unabhängig und können auch ohne viel Aufwand meine Beratung wahrnehmen. Meine Gesprächspartner genießen meine offene, ehrliche und authentische Art. Für Kopfvoll mache ich Fotos, schreibe Texte und kümmere mich um die sozialen Medien (Instagram: @kopfvoll / Facebook: k0pfv0ll).