Robin Williams hat es in „Dead Poets Society / Der Club der toten Dichter“ sehr gut verbildlicht. Es ist ratsam sich Dinge im Leben nicht nur aus seiner normalen Perspektive zu betrachten. Manchmal ist es hilfreich die Blickrichtung zu ändern, aus anderen Winkeln zu betrachten und sich neue Sichtweisen zu eröffnen.

Ändern wir unsere Blickwinkel, im übertragenen, wie im direkten Sinne, erkennen wir die sich ändernen Relationen von uns zum Gesehenen und vom Gesehenen zu anderen Dingen im Leben, die nicht zwangsläufig wir selbst sein müssen. Wir kennen alle die Erfahrung. Im neuen Job, in einem Amt, in der Familie oder sonstwo heißt es oft: „Das haben wir schon immer so gemacht!“. Warum weiß gar keiner mehr so wirklich. Fakt ist, es wurde so immer wieder wiederholt und so weitergetragen, wie es einem selbst .beigebracht wurde. Das Gute daran? Es ist bekannt, man weiß, was man hat und braucht sich auf keine Neuerungen einstellen. Das Schlechte daran? Es kommt keine Neuerung zustande.

Wir sind, ohne Wandel durch Umdenken, festgefahren in rigiden Systemen. Auch wenn einige Systeme gefühlte Ewigkeiten funktionierten und scheinbar auch noch eine weitere Ewigkeit zu funktionieren scheinen, ist es nicht unnütz sich stets Gedanken über die passgenauigkeit und effizienz gewisser Prozesse Gedanken zu machen.

Ein konkretes Beispiel dazu fällt mir aus einem Buch ein, das ich vor einiger Zeit lesen konnte. In dem ersten Teil der „4-Hour Workweek / Die 4-Stunden Woche“ von Tim Ferriss beschreibt er sein tägliches Leben als Angestellter in einer Firma, die Kaltakquise betreibt. Die Leute, die dort arbeiten rufen also ihre durch andere Wege aufgetrieben „Leads“ (mögliche Kunden) an und versuchen ihnen gewisse Dienstleistungen oder Produkte zu verkaufen, bzw. anderweitig lukrative Geschäfte zu machen. Tausende Anrufe pro Tag wurden von hunderten Angestellten in regulärer Arbeitszeit durchgeführt. Manchmal erfolgreich, oft aber ohne positives Ergebnis. Die Szene aus „The Wolf of Wall Street“ verdeutlicht das (erfolgreiche) Prozedere sehr eloquent.

Auf seine Art versuchte Ferriss Dinge aus einem anderen Winkel zu betrachten und machte sich Gedanken zu der Art der Akquise. Dabei fiel ihm auf, dass zu den regulären Arbeitszeiten jeder arbeitet. Sonst würden sie nicht reguläre Arbeitszeiten heißen. An die Geschäftsführer und Vice-Presidents und alle anderen extrem einflussreichen und für einen Betreib wichtigen Menschen konnte auf diese Weise nur schlecht herangekommen werden. Andere, sogenannte Gatekeeper, standen im Weg. Sekretärinnen wimmelten die Anrufer ab, Stellvetreter hatten oft keine Entscheidungsbefugnis und viele Möglichkeiten des Geschäftemachens gingen dadurch verloren, dass die Zielperson umringt war von anderen Menschen, die einen direkten Kontakt verhinderten. Rückmeldungen fanden selten statt und passierten, wenn überhaupt, nicht über die Geschäftsführung. Kein sehr erfolgreicher Weg…

Ferris fing also einfach an außerhalb der regulären Arbeitszeiten bei den Firmen anzurufen. Er wurde zwar erst von seinem Kollegium schief angeguckt, hatte dann aber keinen Grund sich zu rechtfertigen. Es war unmittelbar ersichtlich, wie erfolgreich Ferriss mit seiner Strategie war. Zu den Zeiten, zu denen er seine Nummernliste durcharbeitete, waren keine Sekretärinnen, Stellvertreter, Aushilfen oder andere „Gatekeeper“ im Job. Einzig die Geschäftsführer, deren Leben der Job war/ist und auf die Ferriss es abgesehen hatte, waren noch zu später Stunde oder morgens vor dem Sonnenaufgang am Schreibtisch. Mit kleinstem Umdenken hat Ferriss Aufträge an Land ziehen können, von denen seine Kolleginnen und Kollegen nur hätten träumen können. Dadurch, dass er mit viel größerer Wahrscheinlichkeit genau die Person am Apparat hatte, die er sprechen wollte, konnte er sich den größten Teil der Mehrarbeit und auch der Zeitverschwendung sparen und Geschäfte abwickeln.

Wir machen das schon immer so…

soviel dazu.

Beste Grüße, Dustin

perspektive wechseln kopfvoll psychologische Beratung


Dustin Jaros
Dustin Jaros

Mein Name ist Dustin Jaros, ich bin Psychologe und arbeite in der psychosozialen Betreuung. Menschen profitieren von meiner Beratung über das Internet (Skype, E-Mail, Spreed) und via Telefon. Damit sind sie oft örtlich unabhängig und können auch ohne viel Aufwand meine Beratung wahrnehmen. Meine Gesprächspartner genießen meine offene, ehrliche und authentische Art. Für Kopfvoll mache ich Fotos, schreibe Texte und kümmere mich um die sozialen Medien (Instagram: @kopfvoll / Facebook: k0pfv0ll).