Ein Leben in der Stadt und das Grün der Natur

 

Kopfvoll psychologische Beratung

 

Eine Studie vom Max Planck Institut für menschliche Entwicklung hat den Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Natur und mentaler Gesundheit untersucht.

Das Leben in der Stadt bringt viele Vorteile mit sich. Gute Infrastruktur, kulturelle und soziale Vielfalt, generelle Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen und ein Gefühl von Leben, das in ruhigeren und weniger belebten Orten nicht zu haben ist.

Wir dürfen jedoch nicht vergessen, jede Münze hat zwei Seiten. Auch das Stadtleben hat bekannte Nachteile und bringt einige Opfer. So sind, zum Beispiel, Lärm, Verschmutzung, viele Menschen auf engstem Raum, eine sehr hohe Lebensgeschwindigkeit und das Anonymisieren durch die große Anzahl an Individuen, keine Seltenheit. Damit gehen ein erhöhtes Risiko an psychischen Krankheiten zu erkranken einher. Statistiken zeigen immer wieder, wie Menschen in Städten öfter an Depressionen, Angststörungen und Schizophrenie leiden.

Hirnforschung hat eine erhöhte Aktivität in einem Bereich in den Gehirnen von Stadtmenschen offenbart, das für die Regulation von Stress zuständig ist. Dieses Areal heißt Amygdala und sitzt, in Form von zwei kleinen Kernen, tief unmittelbar im Zentrum unseres Gehirns, im Bereich der Temporallappen.

Die Amygdala ist an der Furchtkonditionierung beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: Sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen dazu ein. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2004 belegen, dass die Amygdala bei der Wahrnehmung jeglicher Form von Erregung, also affekt- oder lustbetonter Empfindungen, unabdingbar und vielleicht am Sexualtrieb beteiligt ist.”

Diese erhöhte Aktivität in städtisch angesiedelten Menschen deutet auf eine stärkere Stressverarbeitung hin. Das kann möglicherweise an der starken Flut an Reizen liegen, die in einer Stadt auf die Einwohner einwirken.

Um mehr Licht in das Dunkle dieser Thematik zu bringen, haben Simone Kühn und neun Kolleginnen und Kollegen eine Studie unter dem Titel In search of features that constitute an “enriched environment” in humans: Associations between geographical properties and brain structure ausgearbeitet und sind dabei auf interessante Ergebnisse gestoßen:

“Our results reveal a significant positive association between the coverage of forest and amygdala integrity.”

Mit dem Wissen um die Schwierigkeit Aussagen zu treffen, ob Menschen in natürlichen Umgebungen gesündere Aktivität im Bereich der Amygdala aufweisen oder ob Menschen mit gesünderen Aktivitäten im Bereich der Amygdala natürlichere Umgebungen bevorzugen, fand ihre Studie einen Zusammenhang. Dieser Zusammenhang deutet auf die möglichen positiven Effekte von grüner Natur auf unser Gehirn hin.

Aus eigener Erfahrung ist es vielleicht offensichtlich. Wir sind gestresst vom rasanten Alltag zwischen Menschen, lautem Verkehr, zu viel zu tun und zu wenig Zeit. Sobald wir uns dann aber in einer ruhigen natürlichen Umgebung mit frischer Luft, keinerlei Stadtgeräuschen und keine Temrindruck befinden, fühlen wir uns entlastet, regeneriert, ausgeglichen und irgendwo verbunden mit dem, was wir im Betondschungel selten zu Gesicht bekommen.

Wir sollten versuchen uns mehr der Natur hinzugeben, sie öfter aufzunehmen, sie zu genießen und die positiven Einwirkungen von Flora und Fauna zu unserem Vorteil zu nutzen.


Dustin Jaros
Dustin Jaros

Mein Name ist Dustin Jaros, ich bin Psychologe und arbeite in der psychosozialen Betreuung. Menschen profitieren von meiner Beratung über das Internet (Skype, E-Mail, Spreed) und via Telefon. Damit sind sie oft örtlich unabhängig und können auch ohne viel Aufwand meine Beratung wahrnehmen. Meine Gesprächspartner genießen meine offene, ehrliche und authentische Art. Für Kopfvoll mache ich Fotos, schreibe Texte und kümmere mich um die sozialen Medien (Instagram: @kopfvoll / Facebook: k0pfv0ll).