Studie: Stress von Schülern gebunden an Burnout der Lehrer

burnout

Schulischer Unterricht ist gebunden an zwei teilhabendene und wichtige menschliche Komponente: Der Lehrerin oder dem Lehrer und den Schülerinnen und Schülern. Dass sich beide gegenseitig im Verlauf der Unterrichtszeiten beeinflussen ist relativ offensichtlich. Dennoch gibt es bezüglich des Burnout-Syndroms bei Lehrern in Relation zu Verhaltensänderungen und -einflüssen bei Schülerinnen und Schülern wenig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse.

Eva Oberle und Kimberly Schonert-Reichl von der Universität in British Columbia haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht genau dieses Phänomen zu untersuchen [1].

Ihre systematische Vorgehenseweise bestand darin Cortisol-Level aus Speichelproben bei den Schülern zu messen und diese zu korellieren mit den Burnout-Leveln der untererichtenden Lehrern. Durch diese einfache und sehr geradlinige Untersuchung wurde festgestellt, wie groß der Einfluss ist, den ausgebrannte Lehrerinnen und Lehrer auf das Verhalten von Schülern im Untericht haben.

Nicht nur waren die Cortisol-Level der Schüler erhöht, es wurden auch verstärkt Gefühle von Nervosität und die steigende Unfähigkeit dem Unterricht zu folgen, observiert. Lerndefizite und, als Langzeitfolge, mentale gesundheitliche Probleme stellen demnach im Unterricht mit ausgebrannten Lehrern ein erhöhtes Risiko dar. Die beiden Wissenschaftlerinnen nennen das beobachtete Phänomen „stress contagion“, also „ansteckenden Stress“.

Nicht selten beobachten wir in unserem eigenen Leben, dass gestresste Menschen, mit denen wir in Kontakt treten, Stress in uns selbst auslösen. Sie wirken desorganisiert, strahlen akuten Zeitmangel aus und fokussieren negative Aspekte im täglichen Handeln und Denken. Diese Art der Nervosität überträgt sich auf die Mitmenschen, auch wenn diese eigentlich keinen Grund haben gestresst zu sein oder generell eher stressresiliente Menschen sind, für die Stress erst in der höchsten Konzentration nicht mehr zu bewältigen ist und daher negative gesundheitliche Folgen mit sich bringt.

Konstruktive Lösungsvorschläge für das Bekämpfen von stressiger Atmosphäre in Klassenräumen ist gebunden an viele Faktoren. Oberle und Schonert-Reichl konzentrieren sich dabei besonders auf die Unterstützung, die Lehrer in ihrem Kollegium, in Supervision und anderen Schulinternen und auch externen Einrichtungen wahrnehmen können und sollten. Vernachlässigt werden sollte auch das stresserzeugende Verhalten der Schülerinnen und Schüler nicht. Daher ist es ratsam die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler nicht als Kausalität in eine Richtung zu verstehen.

Gestresste Schüler strengen die Lehrperson mehr an, welche dadurch gestresster und ausgebrannter wird, was wiederum dazu führt, dass Schüler gestresster werden und das Lehrpersonal mehr anstrengen.


"It is clear from a number of recent research studies that teaching is one of the most stressful professions, and that teachers need adequate resources and support in their jobs in order to battle burnout and alleviate stress in the classroom," - Kimberly Schonert-Reichl


[1] - Eva Oberle, Kimberly A. Schonert-Reichl. Stress contagion in the classroom? The link between classroom teacher burnout and morning cortisol in elementary school studentsSocial Science & Medicine, 2016; 159: 30 DOI: 10.1016/j.socscimed.2016.04.03

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